MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Klaus Orland

Das Wagnis

Klaus Orland
Katholischer Pfarrer

04720 Döbeln

„Dem Vergangenen: Dank, dem Kommenden: Ja!“ Worte, die Dag Hammerskjöld 1953 in sein Tagebuch schrieb. In dem Jahr, in dem er UNO-Generalsekretär wurde. Es seien Worte, die für ein ganzes Leben taugten, meint Klaus Orland. Schon in jungen Jahren trägt er sich mit dem Gedanken, Priester zu werden. Er besucht die kirchliche Oberschule in Schöneiche bei Berlin und studiert in Erfurt Theologie. Nach pastoralen Praktika erhält Klaus Orland im März 1974 die Priesterweihe. Es folgen Kaplanstellen in Aue, Wurzen, Plauen und Freiberg. Ab 1985 übernimmt er die Pfarrei von Bärenstein. Zusätzlich ist er auch Seelsorger in Weipert. Von den 35 Gemeindemitgliedern dort waren 7 tschechischer Nationalität, erzählt der Pfarrer, so habe es auch Gottesdienste in tschechischer Sprache gegeben. Nach 11 Jahren Bärenstein wird Klaus Orland Pfarrer in Schönefeld, einem Stadtteil von Leipzig, danach in Flöha. Dank der vielen Pfarrstellen kenne er jeden Feldweg zwischen Fichtelberg und Vogtland, sagt er. Der häufige Ortswechsel fordert den Seelsorger besonders. Er muss sich auf Unbekanntes einlassen. Auf andere Menschen und ihre Mentalitäten, auf neue örtliche Gegebenheiten. Klaus Orland will die individuelle Seelsorge. Nur so könne er seine Gemeindemitglieder einfühlsam in Lebens- und Glaubensfragen begleiten und sie Gott näher bringen, unterstreicht er. Der 61jährige kennt keine Berührungsängste. Nicht zu den Menschen, die keiner Kirche angehören, noch zu denen anderer Religionen. In Bärenstein zum Beispiel hat er im evangelischen Posaunenchor die Trompete geblasen Er spielt auch Orgel und Gitarre. Vieles hat er sich als Autodidakt beigebracht. Auch die Fähigkeit, einen Kirchenchor zu leiten. Pfarrer Orland engagierte sich in der Kolpingsfamilie Leipzig-Schönefeld. Eine Bewegung, die zurückgeht auf Adolf Kolping, der sich als Seelsorger wie auch als Sozialreformer verstand. Kernstück der Bewegung seien die Kolpingfamilien in ihrem partnerschaftlichen Miteinander der Generationen, erklärt der Pfarrer. Der Priesterberuf ist anspruchsvoll und anstrengend. Er beginnt mit den morgendlichen „Laudes“ und endet häufig erst um Mitternacht. Trotzdem, Klaus Orland nimmt sich auch Zeit für sein Hobby, die Geographie. Er sammelt Ansichtskarten und studiert Landkarten. Er könne sich lange damit beschäftigen, gesteht er. In Gedanken gehe er dann auf eine Reise in eine fremde Welt. Wie Dag Hammerskjöld einst geschrieben, hat auch Klaus Orland ein Ja gewagt und Sinn erlebt. Ein Ja, dass er wiederholen würde…
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