MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herta Nöbel

Vom Nesthäkchen zur Omi von vier Enkeltöchtern

Herta Nöbel

Weberin und Landwirtin i. R.
Schulstr. 12
09306 Breitenborn

Herta Nöbel, geboren am 28.12.1936 in Glogau / Schlesien, führte und führt ein Leben, das von großer Güte und Fleiß geprägt ist, welches ihr jedoch auch Härte und Qual auferlegt hatte. Im Kreise von sechs älteren Brüdern aufgewachsen, war sie zweifelsohne das Nesthäkchen. Als die Familie 1945 durch Vertreibung der Heimat beraubt wurde, begann, von Hungersnot und Armut begleitet, eine der schlimmsten Zeiten. Doch da sie noch Kind war, ist Herta Nöbel froh, dass sich über viele schreckliche Erinnerungen glücklicherweise wenigstens zum Teil der Nebel des Verblassens ausbreitete. Anfänglich kam sie nach Erlau, von wo aus Flüchtlinge aufgeteilt wurden und sie die Schule letztendlich in Frankenau besuchte. Anschließend absolvierte sie ihre dreijährige Lehre zur Weberin in der Weberei in Mittweida und nahm nach der Ausbildung Schichtbetrieb auf. Vordergründig produzierte sie Leinenstoffe – eine anstrengende Arbeit, doch im Kreise netter Kollegen dennoch eine schöne Zeit. Ihren Werner – Landwirt und Traktorist – lernte sie beim Tanzen kennen. Das Paar heiratete am 6. Juli 1964 und seit diesem Tag entwickelte sich über 52 Jahre eine sehr glückliche Ehe. Es wurden Sohn Dirk und Tochter Steffi geboren und Herta Nöbel pausierte eine Zeitlang für ihre Kinder. Im Anschluss kehrte sie in einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in das Arbeitsleben zurück, war vordergründig mit Tabakanbau und -verarbeitung beschäftigt, sprang überall dort ein, wo Not am Mann war und versorgte im privaten Bereich Schweine, Hasen, Hühner und Schafe. Nur ein einziges Mal war es der Familie vergönnt, einen Urlaub an der Ostsee verbringen zu können und eine Auszeichnungsreise ihres Mannes führte die Eheleute nach Sotschi ans Schwarze Meer. Es war ihr erster Flug und sollte die einzige Flugreise ihres Lebens bleiben. Später allerdings unternahmen Herta und Werner Nöbel noch einige schöne Busreisen. Ihr Mann wurde ihr 2016 genommen, doch sie erinnert sich liebevoll, dass er die schlesischen Mohnklöße ihrer früheren Heimat nicht mochte. Mit Kartoffelsalat und Würstchen am Heiligen Abend hatte sie sich jedoch durchsetzen können. Herta Nöbel liebt Gartenarbeit, die sie im Winter schmerzlich vermisst. Bei ihr wachsen u. a. Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren und Gurken und insbesondere gedeihen Rüben für die Roten Neuseeländer, welche ihr Dirk züchtet und mit denen er auf Ausstellungen schon zahlreiche Preise gewinnen konnte. Tochter Steffi besucht ihre Mama, die heute Omi von vier Enkeltöchtern ist, wöchentlich und nimmt sie zu kleinen Einkaufsfahrten und Ausflügen mit – schöne Stunden, in denen Herta Nöbel glücklich sein kann.
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