MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerd und Annemarie Oellers

Zweimal Westen und zurück

Gerd und Annemarie Oellers

Diplom-Ingenieur (FH) für Maschinenbau
Versicherungsökonomin
Thälmannstr. 53
99085 Erfurt
Fon: 0361/ 7908138

1943 im thüringischen Langensalza geboren, begann Gerd Oellers noch in der DDR seinen Schulbesuch, doch schon bald folgte der Umzug nach Nordrhein-Westfalen, denn der Vater machte mit der DDR-Obrigkeit nicht nur gute Erfahrungen. In Kerpen wuchs Gerd Oellers auf, schloss die 10. Klasse auf der Realschule ab und begann noch eine Lehre zum Maschinenschlosser beim RWE-Konzern. Doch noch vor dem Mauerbau kehrte die ganze Familie 1961 zu den familiären Wurzeln nach Thüringen zurück, wo der junge Gerd nun im VEB Pressen- und Scherenbau Erfurt seine Lehre nach drei Jahren abschließen konnte. Ein Jahr arbeitete er noch in der Produktion, dann ging es zum Studium nach Schmalkalden, wo er in drei Jahren zum Ingenieur für Maschinenbau reifte, heute als Diplom-Ingenieur (FH) anerkannt. In der Rationalisierung des VEM Starkstromanlagenbaus Erfurt begann der Weg des jungen Ingenieurs, dann wechselte er zum VEB Reparaturwerk „Clara Zetkin“, erst als Projektant, dann als Chef der Rationalisierung. War Gerd Oellers noch in jungen Jahren, politisch links geprägt, seinen Eltern ohne Murren in die DDR gefolgt, so kam spätestens in den achtziger Jahren die Desillusionierung durch die Fehlentwicklungen im Land, das zum Funktionärsstaat geworden war. Gerd Oellers glaubte nun nicht mehr an den verordneten Sozialismus, trat aus der Staatspartei SED aus, wurde als Abteilungsleiter geschasst und stellte 1986 mit der ganzen Familie einen Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR. Gut ein Jahr sammelte er nun Schrott und pflückte Kirschen, bis im März 1989 die Ausreise in die Bundesrepublik möglich wurde. In Brake an der Unterweser fand die Familie neue Heimstatt, Gerd Oellers Arbeit in einem Ingenieurbüro, entwarf im Auftrag der BWS GmbH Projekte für die Meyer-Werft in Papenburg und die Betonindustrie. Verlängerte Zeitverträge sicherten ihm sechs Jahre beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband, ehe er 2001 in den Vorruhestand wechselte. Zwar waren sie in Brake sesshaft geworden, doch das von den Urgroßeltern überkommene Haus der Familie lockte mit einer frei gewordenen Wohnung im Jahr 2008 nach Erfurt zurück, zumal es auch die beiden Töchter (Silke, Jahrgang 1967, und Britta, Jahrgang 1970) schon wieder ostwärts gezogen hatte. Seit fast fünfzig Jahren (Heirat 1966) ist Frau Annemarie an seiner Seite, die 1945 in Erfurt geboren, nach dem Abschluss der 10. Klasse als Versicherungsangestellte gelernt und gearbeitet hatte. Um drei Enkelkinder konnte sich die Familie erweitern.
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