MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Paul und Gisela Ochmann

Ein sehr gutes Team zu zweit

Paul und Gisela Ochmann

Maurer und Kaderleiter
Textilfacharbeiterin
Chemnitzer Str. 23 b

09217 Burgstädt

Paul und Gisela Ochmann haben sich in ihrem Leben stets aufeinander verlassen können. Paul Ochmann kommt 1937 in Hartmannsdorf zur Welt, der Vater ist Zimmermann, die Mutter ist Hausfrau, insgesamt gehören sechs Kinder zur Familie. Der Vater wird später „Verdienter Bauarbeiter des Volkes“. Paul Ochmann erinnert sich noch gut daran, wie er als Kind Kühe hüten musste und seine Füße in deren Mist steckte, um sie zu wärmen. Im Jahr 1951 verlässt er die Schule und schließt eine dreijährige Maurerlehre ein Jahr vorzeitig und mit Erfolg ab. Das Gesellenstück ist der Bau des Eigenheims für den Vater, das dieser als Auszeichnung erhält. Für Paul Ochmann ist es natürlich eine Ehrensache, diese Aufgabe pünktlich und in höchster Qualität zur erfüllen, und zwar alles in reiner Handarbeit. Bis 1957 arbeitet er in seinem Beruf und ist als Jugendbrigadier für gleichaltrige Berufskollegen verantwortlich. Das große Eingangsportal der Technischen Hochschule in Chemnitz erfüllt ihn jedes Mal von neuem mit Stolz, denn es ist seine Arbeit. Im Jahr 1957 tut Paul Ochmann Dienst beim Wachkommando beim Zentralrat der FDJ. Neben dem Dienst beteiligt er sich an den Ausschachtungsarbeiten für das neue Freibad in Pankow. Seit 1958 ist er mit seiner Frau Gisela verheiratet. Beide wollen unbedingt noch ihre diamantene Hochzeit erleben. Sie haben sechs Kinder großgezogen, eins ist vor Jahren an Gehirntumor gestorben. Nach einem Arbeitunfall im Jahr 1963 übernimmt er mit seiner Frau das Gästehaus des Städtischen Theaters Chemnitz als Hausmeisterehepaar, 1978 erbauen sie sich ein Eigenheim. Im selben Jahr wechseln sie in einen Schweinemastbetrieb und gehen 1986 zum Sicherheitsdienst beim Kombinat ROBOTRON. Bis heute ist für Paul Ochmann die Arbeit auf dem Bau der schönste Lebensabschnitt in seinem Berufsleben, für die Frau Gisela die Arbeit bei der Wache. Bis 1990 arbeitet er als Kaderleiter in einem Baureparaturbetrieb. In dieser Zeit erkrankt Tochter Kerstin, einstige Leichtathletin, sehr schwer. Die Folgen des Leistungssports machen sich bemerkbar. Mit ihrem Mann geht sie nach dem Mauerfall in den Westen und muss sich dort acht Operationen unterziehen. Die Eltern bleiben zehn Jahre bei ihr. Auch der älteste Sohn ruiniert seinen Körper durch den Leistungssport. Der zweite Sohn ist ein begeisterter Schlagzeuger und tritt oft im MDR auf. Auf der Geburtstagsfeier seiner Mutter gibt er mit seiner Kapelle ein Ständchen für sie. Der dritte Sohn arbeitet als Agrartechniker, der vierte als Koch. Seit der Rückkehr wohnen Paul und Gisela Ochmann in Frankenberg, zur Familie gehören inzwischen 19 Enkel und achteinhalb Urenkel, der neunte ist nämlich noch unterwegs. „Gott konnte nicht überall sein, deshalb schuf er die Großmütter“, scherzt Gisela Ochmann zu dieser Situation. Für die Kinder, die Enkel und die Urenkel erhoffen sie sich vor allem ein Leben bei guter Gesundheit.
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