MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hannelore und Gerd Norgel

Kontakte zu Menschen sind wichtig, wie die Luft zum Atmen

Hannelore und Gerd Norgel

Waldblick 10
06785 Vockerode


Als Kraftwerker und Sekretärin hatten sie ein bewegtes Berufsleben. Gerd und Hannelore Norgel aus Vockerode in Sachsen-Anhalt sind heute als Rentner-Ehepaar glücklich und zufrieden, „so, wie alles gekommen ist“. Seit 1970 sind sie verheiratet und haben zwei Söhne sowie zwei Enkelkinder. Sohn Marco, geboren 1974, ist gelernter Tischler und lebt in Stuttgart. Nico, Jahrgang 1977, wurde zum Einzelhandelsverkäufer ausgebildet und verdient heute sein Geld als Bezirksleiter. Gerd Norgel kam 1945 in Ostpreußen (Drachenstein bei Rastenburg) zur Welt. Nach seiner Schulzeit (Zehn-Klassenabschluss) sollte er nach Empfehlung seines Vaters Elektriker lernen, entschied sich aber für eine Ausbildung zum Mess- und Regelungsmechaniker im Kraftwerk Vockerode (1961-1964). Der strebsame junge Mann kam in eine Arbeitsgruppe mit der Perspektive, diese einmal zu leiten. Er blieb bis zur Armeezeit (1968-1970 in Cottbus) im Betrieb, kehrte zurück und absolvierte bis 1972 einen Meisterlehrgang. Gerd Norgel stieg auf und übernahm noch mehr Verantwortung im Kraftwerk bis Anfang der 1990er Jahre. Zur Wende wechselte der Kraftwerker ins Gasturbinenkraftwerk, wo er als Schichtmeister eingesetzt wurde. Er erlebte Umstrukturierungen, einhergehend mit Entlassungen, die auch ihn selbst traf. Ende 1998 mit 53 Jahren ohne Arbeit zu sein, war hart für einen Macher wie Gerd Norgel, der sich auch ehrenamtlich im Elternaktiv engagierte – ganze zehn Jahre lang in der Klasse seines ältesten Sohnes, weiterhin als Gästeführer im Gartenreich Wörlitzer Park aktiv war und vor allem als evangelischer Christ in seiner Kirchengemeinde (Vorsitzender des Gemeindekirchenrates) noch immer wirbelt, macht und tut. Das bringt ihm viel Achtung und Anerkennung bei den Menschen in seiner Umgebung ein. Beruflich folgten unter anderem Computerlehrgänge über das Arbeitsamt und andere Maßnahmen. In einer Kirche und in einem christlich geprägten Kindergarten arbeitete Gerd Norgel als Hausmeister, heute gibt er sogar in zwei Kindereinrichtungen den Nikolaus im Ehrenamt, was ihm großen Spaß bereitet. Alle Jahre wieder. Er braucht Kontakte zu Menschen wie die Luft zum Atmen. Hannelore Norgel, geboren 1949, arbeitete ebenfalls im Kraftwerk zunächst in der Produktion, dann als Schreibkraft, später als Sekretärin. Dafür bildete sie sich ständig weiter. Ihre letzten zwölf Dienstjahre verbrachte die durch ihre Seheinschränkung gehandicapte Ehefrau (sie überstand auch zwei Krebserkrankungen) bei der Polizeidirektion Dessau als Abteilungssekretärin beim Personalchef (bis zur Rente 2008). Die Eheleute wünschen sich nichts anderes als Gesundheit und Harmonie, um weiterhin mehrmals im Jahr verreisen zu können, auch mit der gesamten Familie an die Ostsee. Das ist schon lange Tradition.
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