MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Alfred und Edith Nürnberger
Gemeinsamkeiten
Ing. für Technologie und Feinwerktechnik / Fachverkäuferin
Brückenstr.3
99625 Kölleda
Fon: 03635 / 483205
Seit 57 Jahren sind Alfred und Edith Nürnberger nun bereits miteinander verheiratetet. Als ihre drei Kinder Ralf, Kerstin und Frank noch die Schule besuchten, waren beide dort auch ehrenamtlich aktiv. Edith als Vorsitzende des Elternaktivs und Alfred 19 Jahre als Vorsitzender des Elternbeirates. Eine Gemeinsamkeit haben sich aber beide bis heute erhalten und das ist ihr Garten. „Auf den können wir nicht verzichten“, sagen sie. Im Gartenverein Kölleda- West sind sie seit 1960 Mitglied. Alfred Nürnberger gehörte vor und nach der Wende sogar dem Vorstand an, war lange Jahre auch dessen Vorsitzender. Er wurde 1936 in Neumark (Kr. Weimarer Land) geboren. Nach der 8. Klasse hatte er Glück und fand bei einer privaten Tischlerei in seinem Heimatort eine Lehrstelle. Schon als Kind hegte er den Wunsch später mal etwas „mit Holz zu machen“. Sein Großvater, aber auch sein großer Bruder waren Zimmerleute. Nach Beendigung der dreijährigen Lehre blieb er noch bis zum Sommer 1954 im Lehrbetrieb. Doch die Bezahlung war schlecht und so entschloss er sich, ins Mähdrescherwerk Weimar zu wechseln. Dort arbeitete er einige Monate in der Holzcontainerfertigung. Dann sammelte Alfred Nürnberger in verschiedenen Firmen der Region als Zimmermann auf dem Bau weitere berufliche Erfahrungen. Er wollte jedoch sesshaft werden und nahm deshalb Anfang 1957 eine Tätigkeit im Rheinmetall Sömmerda (das spätere Büromaschinenwerk) auf. Vom Holz zum Metall. Zunächst war er Hilfsarbeiter in der Dreherei und absolvierte berufsbegleitend eine Ausbildung zum Dreher. Danach erfolgte sein Einsatz als Einrichter. Nebenbei besuchte er einen Vorbereitungslehrgang für ein Fachschulstudium. Parallel zu seiner neuen Tätigkeit als Technologe im Bereich Forschung/Entwicklung erfolgte im Abendstudium (1963-1969) die Ausbildung zum Ingenieur für Technologie / Feinwerktechnik an der Ingenieurschule Glashütte. Später war er für diese einige Zeit als Dozent auf Honorarbasis tätig. Alfred Nürnberger ist stolz darauf, dass er später Gruppenleiter und dann noch Abteilungsleiter wurde. „Und das alles ohne Genosse zu sein“, sagt er. Als das Büromaschinenwerk Sömmerda zum 31.12.1991 für immer seine Pforten schloss, wurde er in den Vorruhestand geschickt. Edith Nürnberger, geboren 1935, ließ sich nach der Schule zur Fachverkäuferin Textil, - Spiel- und Lederwaren ausbilden und arbeitete zunächst auch in ihrem Beruf. Doch durch die Geburt ihrer drei Kinder zwischen 1957 und 1971 und zusätzlich eigener gesundheitlicher Probleme war sie fast zwanzig Jahre nicht berufstätig. Mitte der siebziger Jahre nahm sie dann als berufliche Rehabilitantin in der Materialwirtschaft im Funkwerk Kölleda wieder eine Tätigkeit auf. Doch auch hier war nach der Wende Schluss und sie wurde ebenfalls in den Vorruhestand geschickt. Beide betrachten ihre Gemeinsamkeit als Glück und hoffen, dass sie noch viele Jahre, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, zusammen verbringen können.