MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Nitschack

Ein Baumensch wie er im Leben steht

Siegfried Nitschack

Bauingenieur
04610 Meuselwitz

Der Anfang war alles andere als leicht. 1939 in Sorau (Niederschlesien) geboren, kam 1944 die Flucht, auf der in Böhmen seine Mutter starb. Den Vater verschlug es nach der Kriegsgefangenschaft in den Westen Deutschlands, ohne Nachrichten von der Familie, die er für tot halten musste. Erst als Erwachsener konnte Siegfried Nitschack wieder Kontakt finden. Er wuchs mit seinem Bruder zuerst bei einer Freundin seiner Mutter in Wackersleben (Magdeburger Börde) auf. 1953 fanden er und sein Bruder beim Großvater in Lübben (Spreewald) ein neues Zuhause. Nach der 8. Klasse wurde er auf die Oberschule weiterempfohlen. Ein Architekturstudium in Weimar scheiterte an der Vielzahl der Bewerber, aber das Bauwesen war schon vorprogrammiert. So lernte er bei der Bauunion Cottbus Maurer, eine sehr gute Ausbildung, die er heute noch zu schätzen weiß. Nach dem Abschluss wurde er zum Studium nach Zittau delegiert, wo er 1959/62 zum Bauingenieur für Industriebauten reifte. Als Absolvent entschied er sich für ein Angebot aus Altenburg. Beim Kreisbaubetrieb war er als Bauleiter eingesetzt, 1967 wechselte er zum VEB Bau- und Montagekombinat (BMK) Erfurt, gehörte zur Gruppe, die zum Vorreiter des Getreidesilobaus in der DDR wurde. Mit der familiären Bindung zog es ihn jedoch wieder ins Altenburger Land. 1969 fand er eine Möglichkeit im Hydrierwerk Zeitz einzusteigen. In Meuselwitz wohnend, ging es fortan gut 25 Jahre fast täglich mit dem Rad 12 km zur Arbeit. In der Investitionsbauleitung tätig, betreute er ganze Objekte, nun auch über das eigentliche Bauhandwerk hinausgehend in Bezug auf die technische Ausrüstung. Als der Betrieb 1994 erst einmal abgewickelt wurde, fand er bei einer kleinen Firma für Tiefbau bis zum Ruhestand 2002 neue Herausforderungen. Gebaut wurde jedoch nicht nur im Beruf. Das Elternhaus seiner Frau musste 1972 abgerissen und dann neu aufgebaut werden. Dass dies in DDR-Zeiten mit ihren Materialengpässen in einem halben Jahr gelang, war erstaunlich. Inzwischen konnte er auch für das Eigenheim seines Sohnes tätig werden. Viele Freunde aus dem familiären Bereich (Ziehmutter, Bruder, Schulkamerad) haben sein Leben bereichert, an erster Stelle jedoch seine Frau Stefanie (Sekretärin und Kauffrau/Heirat 1970). Zum Sohn sind inzwischen zwei Enkel in sein Leben getreten. Im selbstgebauten Camping-Wohnwagen bereiste die Familie lange Jahre regelmäßig besonders die Slowakei.
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