MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karin Niedlich
Viele Kinder aufwachsen sehen
und Lebenspartner Peter Martens
Tagesmutter
99102 Klettbach
Karin Niedlich wurde am 02.01.1952 im thüringischen Klettbach geboren. Nach acht Schuljahren absolvierte sie eine Lehre als Schaltmechanikerin im Funkwerk Erfurt, wurde übernommen und arbeitete anfangs in ihrem Lehrbetrieb. Da sie wie jeder Lehrling sämtliche Stationen des Funkwerkes durchlaufen hatte, erhielt sie einen guten Einblick in ihr Berufsbild, welches für Karin zunächst mit dem Knüpfen von Kabelbäumen begann. Anschließend war sie bis zum Ende ihrer Schwangerschaft als Dispatcherin der Normteilabteilung tätig. Nach der Geburt ihres Sohnes Jens 1972 blieb sie zu Hause und stieg nach zwei Jahren Erziehungszeit als Verkäuferin für Herrenkonfektion wieder ins Berufsleben ein. Mit der Einschulung des Kindes und dem Umzug zurück nach Klettbach bewarb sich Karin Niedlich in der Kinderkrippe ihres Heimatortes. „Da mir aber die entsprechende Qualifikation fehlte, machte ich auf der Abendschule den Abschluss der zehnten Klasse nach und absolvierte anschließend eine dreijährige Fachschulausbildung zur Kinderpflegerin in Erfurt. Parallel arbeitete ich bereits in der hiesigen Kinderkrippe“, erzählt sie. Aus einer Kolleginnenvertretung in der Mönchenholzhausener Einrichtung wurden schließlich zehn Arbeitsjahre, bevor Karin Niedlich 1985 wieder zurück in die Produktion ging und auf dem Gebiet der Mikroelektronik eine Anstellung fand. Ende 1989 reiste sie mit ihrer Familie nach Bayern aus und lebte vorerst bei Bekannten im Nürnberger Raum. „Mein damaliger Mann kam relativ schnell bei einer Malerfirma unter. Ich fand nach einiger Zeit eine feste Anstellung in einem kirchlichen Kindergarten, nachdem die Anerkennung meiner Ausbildung geklärt war“, erinnert sich Karin Niedlich. Aufgrund einer Leukämieerkrankung ihrer Mutter und der Pflegebedürftigkeit des Vaters kehrte sie zehn Jahre später nach Klettbach zurück. „Anders war es nicht möglich, die familiäre Situation zu stemmen“, sagt sie. Nach dem Ableben ihres Vaters 2000 machte sie sich auf Anraten des Bürgermeisters als Tagesmutter selbstständig, bewältigte bürokratische Hürden mit viel Geduld und hatte über ein Jahrzehnt bis zu sechs Kinder im Alter von 0–3 Jahren in ihrer Obhut. „Ich habe nie Werbung gemacht. Die Kinder kamen über Mundpropaganda zu mir“, schmunzelt sie, die einerseits Freiberuflerin war, aber über das Jugendamt honoriert wurde. Seit 2015 genießt Karin Niedlich nun den wohlverdienten Ruhestand mit ihrem Lebenspartner Peter. Mittlerweile bereichern auch drei Enkel und ein Urenkel die Familie. Radfahren und Gartenarbeit zählen zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, aber auch die Organisation des Straßenfestes liegt in ihren bewährten Händen. Karin Niedlich strahlt Zufriedenheit aus und ist stolz auf ihren Lebensweg, dem sie immer engagiert und zielstrebig gefolgt ist.