MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge Nieruch
Selbst ist die Frau – Nach Niederlagen immer wieder aufstehen
Hausfrau
Kirchgasse
09481 Elterlein
Inge Nieruch erlebt ihre Kindheit und Jugend in der unmittelbaren Nachkriegszeit und hat es früh gelernt, das Leben so zu nehmen, wie es ist. Wenn sie einmal eine Niederlage erlitten hat, steht sie immer wieder auf und geht weiter vorwärts. Sie liebt es, wenn die Menschen ehrlich zueinander sind und ist glücklich, wenn eine Sache, die sie anpackt, anschließend auch „so richtig rund läuft“.
Inge Nieruch wächst in Elterlein auf und lebt bis heute sehr gern in ihrer Geburtsstadt im Erzgebirge. Die Mutter ist Forstfacharbeiterin, ihren Vater hat die Tochter nie kennengelernt. Ab 1950 besucht sie acht Jahre die Grundschule in Elterlein und geht nach dem Unterricht putzen, so unterstützt sie ihre Mutter und lernt außerdem früh, für den Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Außerdem prägt sich in dieser Zeit ihr ausgeprägter Ordnungssinn aus, das Großreinemachen im eigenen Hause gehört bis heute zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.
Ihren Berufswunsch, einmal als Elektrofacharbeiterin zu arbeiten, kann sich Inge Nieruch nicht erfüllen, sie arbeitet als ungelernte Arbeiterin. Anfang der sechziger Jahre lernte sie ihren Mann Walter kennen, die jungen Leute heiraten 1962. Dieser hat als Kraftfahrer und Gießer im Eisenwerk Elterlein gearbeitet.
Im Jahr 1964 kommt das erste Kind, der Sohn Uwe zur Welt. Inge Nieruch gibt die Arbeit auf und ist in den folgenden Jahren Mutter und Hausfrau. Im Jahr 1966 folgt die Tochter Monika, zwei Jahre später der Sohn Klaus, im Jahr 1970 der Sohn Frank und 1985 die Tochter Sandy. Nachdem die ersten vier Kinder aus dem Gröbsten raus sind, arbeitet Inge Nieruch von 1974 bis 1989 als Heimarbeiterin für die Funktechnischen Werke in ihrer Region. Sie wechselt dann in die Wäscherei Annaberg, wird bereits ein Jahr später wieder entlassen und hält sich 1991, 1992 und 1994 mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen über Wasser. Im Jahr 1998 findet sie eine Stelle als Reinigungskraft und geht nach erneuter Arbeitslosigkeit 2003 in den wohlverdienten Ruhestand.
Auch die Kinder haben das Leben gemeistert, sie haben den praktischen Sinn und den Lebensmut der Mutter geerbt. Der behinderte Sohn Uwe lebt in einer Einrichtung der „Lebenshilfe“, Tochter Monika arbeitet in der Garnveredelung, der Sohn Klaus ist im Gaswerk beschäftigt, Sohn Frank arbeitet auf dem Bau und Tochter Senti ist Lagerfacharbeiterin.
Inge Nieruch liebt vor allem die Weihnachtszeit mit ihren aus dem erzgebirgischen Bergbau herrührenden wunderschönen Traditionen. Sie genießt bei Spaziergängen die Landschaft ihrer Heimat und möchte vor allem noch lange bei guter Gesundheit leben.