MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Adolf Niklas
Eine schwere Nachkriegskindheit
Dipl.- Ing. (FH)
07768 Kahla
Adolf Niklas erblickte im November 1939 in Beuthen (Oberschlesien) das Licht der Welt. Als Flüchtling kam er mit Mutter und Bruder Anfang 1945 nach Kahla. Hier war sein Vater im Oktober 1944 von Kopenhagen als Wehrmachtssoldat in die REIMAHG Flugzeugwerke versetzt worden. Zum Kriegsende geriet dieser zunächst in amerikanische Gefangenschaft, wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder nach Kahla entlassen. Doch im Sommer desselben Jahres verhaftete ihn der NKWD aus ungeklärten Gründen und brachte ihn ins Speziallager 2 Buchenwald Kustos. (Im Juni 2000 erhielt Adolf Niklas eine Mitteilung von der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge, dass die Haft seines verstorbenen Vaters ein politisch rechtswidriger Gewahrsam war.) Die Familie hatte damals keine Kenntnis von seinem Aufenthaltsort. Im Mai 1946 starb auch noch die Mutter und so wurden Adolf Niklas sowie sein älterer Bruder getrennt in unterschiedlichen Kinderheimen Thüringens untergebracht. Der Vater war inzwischen von Buchenwald nach Karaganda (Sibirien) verlegt worden, von wo aus er erst im Spätsommer 1949 entlassen wurde. Zurück in Thüringen holte er hier zunächst seine Kinder aus den Heimen, zog anschließend zur Mutter und den zwei Schwestern nach Hettstedt. Dort fand er allerdings keine Arbeit und kehrte deshalb zunächst allein nach Kahla zurück. Neben neuer Tätigkeit fand er hier seine spätere 2. Ehefrau und holte dann auch die Kinder nach. Nach Abschluss der 8. Klasse absolvierte Adolf Niklas eine Lehre beim VEB Carl Zeiss Jena zum Maschinenbauer. Dann verpflichtete er sich zum zweijährigen freiwilligen Dienst bei der NVA. Diesen leistete er bei den Luftstreitkräften als Fallschirmwart. Bereits seit 1953 war er Mitglied der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), Sektion Flugsport. Nach der Entlassung von der Armee wechselte er zur Sektion Fallschirmsport, hatte inzwischen auch die Lizenz für Fallschirmsprunglehrer erworben und war zeitweise als Ausbilder tätig. Beruflich arbeitete Adolf Niklas noch einige Zeit in seinem ehemaligen Lehrbetrieb, wechselte aber Mitte 1961 in die technische Instandhaltung des VEB Jenapharm, da er dort mehr verdiente. Bereits ein Jahr später begann er ein dreijähriges Direktstudium an der Ingenieurschule in Schmalkalden, das er als Ingenieur für Maschinenbau (nach der Wende zum Dipl.-Ing. (FH) nachdiplomiert) erfolgreich abschloss. Anschließend war er dann im Betrieb als Konstrukteur / Projektant und später als Objektingenieur / Objektverantwortlicher tätig. Ab März 1991 wurde Adolf Niklas als Instandhaltungsingenieur im Technikbereich eingesetzt. Drei Jahre später kam es zum Personalabbau und seiner „strukturbedingten Entlassung“. Nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit erhielt er eine einjährige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bei der Jenaer Beschäftigungsgesellschaft (BGJ) und war hier als Projektleiter für die Demontage und den Abriss einer alten Kasernenanlage in Jena eingesetzt. Dem folgten wieder Arbeitslosigkeit, danach eine ABM bei einem Unternehmen, dass die Landesgartenschau Thüringen in Pößneck vorbereitete und erneute Arbeitslosigkeit. Dann ging Adolf Niklas über die Vorruhestandsregelung mit 60 Jahren vorzeitig in Rente. Seit 1962 ist er bereits mit seiner Frau Christine bereits glücklich verheiratet. Sie arbeitete über 35 Jahre im Porzellanwerk Kahla. Sie haben eine Tochter, die als Dipl.-Agraringenieur in Thüringen arbeitet. Die beiden Enkeltöchter befinden sich zurzeit im Studium. Einen Wunsch hätte Adolf Niklas noch: Einmal im Düsenjäger mitfliegen!