MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Silke und Peter Nickl
Sagen, was man denkt!
Gaststätte “Alte Post“ Ortsstr. 28 c 07952 Pausa / Ranspach Fon:: 037432 / 22066
Regelmäßige Kneipengänge sind für seinen Ehefrieden keine Gefahr. „Ich bin der einzigste im Dorf, dessen Frau nicht meckert, wenn ihr Mann in der Kneipe ist“, erklärt Peter Nickl. Die Kneipe, das ist die Ranspacher Dorfgaststätte „Alte Post“, hinter deren Tresen Peter Nickls Frau Silke steht. Sie betreibt das traditionsreiche Wirtshaus. Ab und an müsse ihr Mann mit helfen, sagt sie.
Doch Peter Nickl ist ein Hobby-Gastwirt. Er arbeitet im Tiergehege Pausa.
In Karl-Marx-Stadt geboren und in Röhrsdorf aufgewachsen, lernt sie nach der 10. Klasse Wirtschaftskaufmann. Bis 1992 bleibt Silke Nickl in ihrem Lehrbetrieb, dem Bremshydraulikwerk Limbach-Oberfrohna. Weil mehrere Entlassungswellen um den Arbeitsplatz fürchten lassen, eröffnet Peter Nickl bereits 1991 ein Billardcafé. Doch das Haus, heute verfallen und eine Ruine, soll verkauft werden. Peter Nickl bekommt deshalb nur Halbjahresverträge. Er sucht nach einem neuen Objekt. Ein Biervertreter erzählt ihm 1995 von der Ranspacher Dorfgaststätte. Zu dieser Zeit ist die „Alte Post“ geschlossen. Ihre Besitzerin Feustel wohnt noch im Haus. Nachdem sie in den Ruhestand gegangen war, hatte es mehrere Betreiberwechsel gegeben. Peter und Silke Nickl werden die neuen Pächter. Vor rund 100 Jahren hatte ein Heinrich Puchta die Ranspacher Wirtschaft gegründet. Als „Restauration mit Bäckerei“. Dazu kam eine Poststelle, daher der Name „Alte Post“.
Seit 1995 ist das Wirtshaus wieder geöffnet. Die Holzverkleidung im Gastraum schafft eine gemütliche Atmosphäre. Für besondere Anlässe gibt es einen separaten Raum. Die Wirtin bietet ihren Gästen schmackhafte Hausmannskost an. „Extras“ serviert sie an Feiertagen. „Was gewünscht wird, das wird gemacht“, verspricht Silke Nickl. Die Leute feierten wieder mehr in den Dorfgemeinschaftshäusern, so ihr Mann. Auch der Stammtisch sei sehr beliebt. Aller zwei bis drei Monate lade der Pfarrer zum „christlichen Männerstammtisch“ ein. Eine immer gut besuchte Runde.
„Fünf Jahre hat es bestimmt gedauert, bis man uns im Ort akzeptiert hat, erinnert sich Peter Nickl. „Wir wollen hier nicht mehr weg, wir brauchen das Ländliche.“
Zum Ländlichen gehört neben Kleinvieh auch ein Garten, 10 Kilometer von Ranspach entfernt, am Wald gelegen. Er müsse immer mal weg, meint Peter Nickl. Dazu schwingt sich der 59-jährige auf sein Motorrad. Auch Silke Nickl ist eine geübte Motorradfahrerin.
„Die „Alte Post“ soll noch lange ein Kommunikationszentrum in Ranspach bleiben, wünschen sich Silke und Peter Nickl. Mit toleranten Gästen, die „sagen, was sie denken“…