MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. agra. habil. Dr. h.c. mult. Wilhelm Neumann
Zielstrebig und vorausschauend
Geschäftsführer
Erzeugergemeinschaft Nordost GmbH
18069 Rostock
Befragt nach einem Leitspruch, einer Lebensweisheit, die seinen Werdegang begleitet hat, zitiert Wilhelm Neumann den Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler Johann Heinrich von Thünen: „Es ist schön und herrlich, wenn Neigung und Pflicht so zusammenfallen; wenn das, was der Beruf von uns fordert, zugleich uns Freude macht“. Schon als Kind begeistert sich Wilhelm Neumann, geboren 1929 im altmärkischen Mieste, für die Tierzucht. Noch heute, im Alter von 80 Jahren, ist er ihr als Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft für Rinder und Schweine Nordost verbunden.
Begonnen hat seine berufliche Laufbahn mit einer landwirtschaftlichen Lehre und fünf Jahren praktischer Berufserfahrung. Nach Fachschulausbildung und Lehrtätigkeit studiert Wilhelm Neumann an der Humboldt-Universität Agrarwissenschaften. Dem schließt sich ein dreijähriges Intermezzo an der Fachschule Oranienburg an, 1959 wechselt er an das Tierzuchtinstitut der Rostocker Universität. Nach Promotion und Habilitation wird er 1969 zum ordentlichen Professor berufen, im darauf folgenden Jahr wird er mit der Leitung der Sektion Tierproduktion betraut. Von 1972 an bekleidet er die Funktion des Prorektors der Universität.
Unter seiner Leitung erfolgt eine Neuorientierung der wissenschaftlichen Arbeit des Institutes, bereits in den 1960er Jahren erkennt er die Bedeutung der Rindfleischproduktion und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Züchtung von Fleischrindern. Dabei ist für ihn eine enge Zusammenarbeit mit der Praxis unabdingbar. Er initiiert die Gründung eines Forschungsstützpunktes in Ferdinandshof, der das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis darstellt. Hier wurden zahlreiche Forschungsvorhaben realisiert. Viele der Arbeiten mündeten in Promotionsverfahren, etwa 70 Doktoranden hat Wilhelm Neumann betreut. Zahlreiche Veröffentlichungen zeugen sowohl vom fundierten Wissen des Wissenschaftlers als auch von seiner immensen Arbeitsleistung. Immer wieder tauscht er sich mit Fachkollegen des In- und Auslandes aus.
1990 freut sich Wilhelm Neumann, dass er seine fachliche Arbeit auch unter den geänderten gesellschaftlichen Bedingungen fortsetzen kann. Auch wenn er zwei Jahre später seine Lehrtätigkeit aufgibt, der Tierzucht, die ein Teil von ihm selbst geworden zu sein scheint, bleibt er weiterhin treu.