MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Emil M. Neupauer
Ein Kunstverrückter
Regisseur
Regisseur/Creative Team
10117 Berlin
Emil Neupauers Leben ist nicht normal! Geboren wurde er 1945 im Internierungslager Gbelany. Die Familie wurde aus der Slowakei vertrieben und befand sich gerade auf der Flucht nach Berlin. Nach dem Abitur machte Emil Neupauer 1964 eine Ausbildung zum Studioassistenten für Bild und Ton beim Deutschen Fernsehfunk, studierte später an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg Bildschnitt und Regie. „Mein Vater Michael wollte eigentlich, dass ich Ingenieur werde. Doch ich hatte meinen eigenen Kopf, war schon als Kind Kleindarsteller beim Film, Fernsehen und Theater“, erinnert sich Emil Neupauer. 1975 arbeitete er in der Fernsehunterhaltung als Assistenz-Regisseur, aber auch im alten Friedrichstadtpalast. Seine Inszenierungen „Varieté, Varieté“ (1984), die Ballett-Show „Traumvisionen“ (1988) und die Jugendrevuen „Immer am Ball“ im neuen Haus waren sehr erfolgreich. Was man in der Friedrichstraße 107 über ihn redete und dachte, lässt sich nicht auf einen Punkt bringen: Er war ein Tyrann und Kumpel, Verrückter und Komödiant, ein Mann mit großer Schnauze und weichem Herzen. Alle seine Arbeiten für das Fernsehen und Unterhaltungstheater aufzuzählen ist unmöglich. Genannt seien nur „Die Goldene Note“, „Da liegt Musike drin“, „Ein Kessel Buntes“, „Die Nacht der Prominenten“, Silvesterpartys, die Eröffnungsrevue für den neuen Friedrichstadtpalast. Für die Wiederholungssendung musste der Moderator O. F. Weidling mit seinen kritischen Texten über die DDR herausgeschnitten werden. Emil Neupauer führte Fernseh-Regie bei großen Konzerten, z. B. von Katja Ebstein, Mireille Mathieu und Udo Jürgens, Peter Maffay, Boney M. und Joe Cocker, Shirley Bassey, James Last und Silly, Gisela May, Angelika Milster und René Kollo, bei Opern wie „Fidelio“, „Don Quichotte“. 1988 weilte der Regisseur zu einem Studienaufenthalt bei „Starlight Express“ und „Phantom Of The Opera“ in London. Ein Jahr später produzierte er für die ARD die Revue „Stars On Ice“ mit Katarina Witt. „Kiek ma an“ mit Helga Hahnemann war das erste und einzige Zeitstück, das die Wende in der DDR reflektierte. Emil Neupauer studierte auch Theater-Revuen in Frankfurt/Main und Nürnberg ein. Seit 1994 ist er freier Autor und Regisseur, inszeniert Events mit seinem Creative Team. Den Sommer verbringt der vierfache Vater und Großvater mit Ehefrau Barbara Elisabeth im Garten, den Herbst bei Freunden auf Gran Canaria.