MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans und Christa Neubert

„Arbeit, Mäßigkeit und Ruh’ schließen dem Arzt die Türe zu.“ (Sprichwort)

Hans und Christa Neubert

Techniker
Pharmazieingenieurin
08371 Glauchau

Hans Neubert wurde 1938 in Glauchau-Gesau als Sohn eines Kraftfahrers und einer Weberin geboren. Die schulische Ausbildung schloss er mit dem Abitur ab. Er plante ein anschließendes Studium, doch dem Drängen zur Armee zu gehen, Flieger zu werden, wollte er nicht nachgeben. So entschloss er sich für eine Lehre zum Karosserieklempner (Feinblechner), beendete diese nach 1 ½ Jahren und verblieb die gleiche Zeitspanne im Anschluss im Betrieb. Dass er nicht freiwillig zur Armee ging nahm man ihm 1961 – im Jahr des Mauerbaus in der DDR – sehr übel. Er musste den Betrieb verlassen, fand in der Wotan und Zimmermann AG (Werkzeugmaschinenbau) einen neuen Arbeitsplatz in der Klempnerei. Nun war die Zeit gekommen sich Gedanken um die Perspektive zu machen. Er besuchte mehrere Lehrgänge zur Weiterbildung, studierte schließlich an der Universität Chemnitz Schweißtechnik und arbeitete anschließend in der Abteilung Technologie. In dieser Funktion erlebte er die Wende, wurde dann in den Betriebsrat gewählt und nach kurzer Zeit Betriebsratsvorsitzender. „Das war die Zeit, als ich die meisten Haare verloren habe....“ bringt er die schweren Ereignisse um Stellenabbau, Neuorientierung und Selbst-Entlassung auf den Punkt. „Ich hatte die Nase voll von den Wessis, die die Betriebe leergefegt haben...“ berichtet er von seinem Gang in die Rente 1996. „Wir haben demonstriert, wir wollten Änderungen, wir waren bereit daran mitzuwirken....aber was dann passiert ist, das war nicht in unserem Sinn....“ beschreibt er den Ausverkauf der DDR und die Arbeit der Treuhand. Ehefrau Christa, 1937 geboren, absolvierte nach der Schulzeit (1944–1954) eine Lehre zur Apothekenhelferin (1954–1956). Sie arbeitete im Anschluss ein Jahr in der Apotheke. 1957–1959 studierte sie an der Fachschule für Pharmazie in Leipzig, schloss als Apothekenassistentin ab. In der Mohren-Apotheke fand sie im Anschluss neue Anstellung. Auch im Privatleben vollzogen sich Änderungen. 1959 heiratete sie Hans Neubert, 1960 und 1963 wurden die Töchter Kerstin (Damenschneiderin, Betriebskaufmann, tätig bei der AOK) und Marion (Zahntechnikerin, Geschäftsführerin AWO) geboren. Christa Neubert pausierte zwischenzeitlich beruflich aus diesen Gründen und kehrte im Dezember 1963 in die Vollzeitbeschäftigung zurück. In der Krankenhaus-Apotheke fand sie ab 1966 neue Herausforderung, blieb dort über die Wende hinaus tätig bis zum Eintritt in den Ruhestand 1997. Eine zuvor erfolgreich bestandene Weiterbildung führte zu ihrer Anerkennung als Pharmazie-Ingenieur. Die Neuberts genießen ihr Rentendasein, freuen sich über zwei Enkel und zwei Urenkel. Der in früheren Jahren sportlich sehr aktive Hans (Fußball, Volleyball, Handball, Leichtathletik, Segeln, Wasserski, Wasserball, Skilauf) kann heute aus gesundheitlichen Gründen dieser Leidenschaft leider nicht mehr nachkommen. Gartenarbeit sorgt trotzdem für ausreichend Bewegung. Emaille-Arbeiten sind sein neues Hobby. Große Fernreisen, wie nach der Wende, stehen heute nicht mehr auf dem Programm. Die Entfernungen werden dem langsam fortschreitenden Alter angepasst: Kroatien statt Thailand bereitet ebensolche Freude und Entspannung. Das Computerzeitalter bietet viele Vorteile, findet Hans Neubert und freut sich über die besseren Kommunikationsmöglichkeiten mit der Familie. Er nutzt diese gerne. Wandern, Autofahren, Pool im Garten – raus wann immer es geht – macht beiden Spaß. Kreuzworträtsel lösen hält geistig fit. „Gesundheit im Alter ist nicht selbstverständlich. Da ist man froh und dankbar für jedes Jahr....“ begründet Christa Neubert warum es wichtig ist jetzt aktiv zu bleiben.
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