MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Neul
Sein Herz hängt an den Tieren in der Landwirtschaft
Zootechniker
Meister und Agraringenieur für Tierproduktion
99330 Crawinkel
Eigentlich wäre er zu gern im Leipziger Zoo angestellt gewesen. Doch dort in früher Jugend eine Ausbildung zu machen, war finanziell nicht drin. Es gab damals kein Lehrlingswohnheim, wie es sich Manfred Neul gewünscht hätte. Noch drei Geschwister gab es zu versorgen und seine Eltern hätten ihm eine private Unterkunft in Leipzig finanzieren müssen. Mutter und Vater konnten sich das nicht leisten. Immerhin ist der Junge aus Crawinkel doch Zootechniker geworden, bevor sich der gebürtige Thüringer zum Meister und später zum Agraringenieur für Tierproduktion qualifiziert hat. Mit seiner Ehefrau Doris (Kindergärtnerin), verheiratet seit 1977, wohnt er in Crawinkel. Das Ehepaar hat zwei Kinder (Alexander, geboren 1982, Dipl.-Ing. für Elektrotechnik, lebt und arbeitet bei Stuttgart; Annkatrin, geboren 1989, Tierärztin) und drei Enkel. Zur Welt gekommen 1953 in Ohrdruf, ist Manfred Neul von 1960-1970 zur Schule gegangen. In Wölfis wurde er eingeschult, ab der 3. Klasse lernte der Junge in Crawinkel und die 9. sowie 10. Klasse absolvierte er in Gräfenroda. Seine Lehrzeit verbrachte er zwei Jahre bei Sömmerda und Eisenach, konnte danach in der LPG Tierproduktion Crawinkel anfangen. Der Stallarbeit in der Jungrinderaufzucht mit füttern und ausmisten folgten im Fernstudium nebenbei Meisterschule und Studium zum Agraringenieur in Erfurt (ein Tag in der Woche). Manfred Neul sammelte viele Berufserfahrungen in verschiedenen LPG, war unter anderem Brigadier und Abteilungsleiter, auch als Einkäufer im Büro des Arnstadter Schlachthofs. Diese Arbeit füllte ihn aber nicht aus, er kehrte Ende der 1970er Jahre zurück in die LPG Tierproduktion Crawinkel. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde immer größer, weil andere LPGn dazukamen. Manfred Neul trug Verantwortung für den Bereich der Tierproduktion Crawinkel. Auch nach der Wende, als die Agrargenossenschaft aus den LPGn Tier- und Pflanzenproduktion gebildet wurde, behielt er seinen Bereich und betreute Mutterkühe verschiedenster Rassen von Höhenfleckvieh bis zu Angusrindern. 1996 ging sein Betrieb den Bach runter. Ein westdeutscher Unternehmer stieg ein, der als Eigentümer mehrere Betriebe im Umkreis erwarb. Manfred Neul wurde bald entlassen, weil er mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und als Fachmann mit dem neuen Chef nicht klar kam. Nach neun Monaten Arbeitslosigkeit begann er als Weidewart in einer anderen Agrargenossenschaft zu arbeiten. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn 2015 aufzuhören. Seit Februar 2017 ist Manfred Neul Rentner. Er ist stolz auf seine Kinder und will gesund bleiben und möglichst 100 Jahre alt werden. Ehrlichkeit und Direktheit zählt der Agraringenieur zu seinen persönlichen Stärken. Entspannung findet Manfred Neul bei Gartenarbeit, er hat die Tiere gern, vor allem Hühner und zwei Katzen, die mit im Haushalt der Familie leben.