MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmer Neugebauer
Richtige Entscheidungen, Klarheit im Ton
Diplom-Ingenieur für Feinmechanik / Optik
Gewerbeaufsichtsbeamter
Dornheimerst. 55
99099 Erfurt
Geboren wurde er 1943 im oberschlesischen Ort Forellengrund, damals Kreis Oppeln. Als die Front nahte, floh die Familie ins thüringische Benshausen bei Zella-Mehlis. Nur befand sich der Vater als Soldat im Krieg, erst 1949 erfuhren sie, dass er im April 1945 in Italien gefallen war. Helmer Neugebauer besuchte in Benshausen die Grundschule, die zur Oberschule erweitert wurde, so dass er bis zum Abschluss der 10. Klasse am Ort lernen konnte. Die geplante Lehre zum Elektromechaniker wurde umgewandelt zur Berufsausbildung mit Abitur, die er beim VEB Optima Büromaschinenwerk Erfurt absolvieren konnte. Doch der Jungfacharbeiter sollte – auch der Armeedienst blieb ihm deshalb erspart – gleich zum Studium wechseln. Die Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau wollte ihn zum Ingenieurökonomen ausbilden, doch nach Umstrukturierungen in der Universitätslandschaft wies ihn die nunmehrige Technische Hochschule Ilmenau ins Fachgebiet Feinmechanik/ Optik, wie er es sich schon ursprünglich gewünscht hatte. 1968 schloss Helmer Neugebauer als Diplom-Ingenieur ab. Als Konstrukteur in Forschung und Entwicklung kehrte er nun zum VEB Optima zurück, beschäftigte sich mit Lochstreifenbuchungsmaschinen und Druckern, wurde dann für die Weiterentwicklung von mechanischen Schreibmaschinen eingesetzt, verantwortete als Gruppenleiter das konstruktive Geschehen. Als 1990 sowohl politische, wie wirtschaftliche und technische Entwicklung das Aus für VEB und mechanische Schreibmaschinen einläutete, fand er im Juni 1991 beim Amt für Arbeitsschutz des Landes Thüringen neue Herausforderungen. Als Inspektor hatte er Anlagen zu kontrollieren, Genehmigungen zu erteilen, den Gewebetreibenden das neue bundesdeutsche Recht nahezubringen. Dies erforderte auch für ihn zwei Jahre berufsbegleitende Weiterbildungen, an deren Ende er 1994 als Technischer Oberinspektor verbeamtet werden konnte. Bis zum Ruhestand 2008 nahm er diese Aufgaben wahr. Mehrere Jahre bis 2016 widmete sich der Pensionär mit eigenem Ingenieurbüro noch der Beratung von Firmen zum Technischen Arbeitsschutz.
Frau Siegrid, ebenfalls Diplom-Ingenieurin, stand seit 1969 an seiner Seite, verstarb aber bereits 1997. Die gemeinsame Tochter Ute (1978 geboren) wirkt inzwischen als Professorin in Jena. Aus erster Beziehung stammt Tochter Kerstin (Jahrgang 1963). Seine Töchter machten Helmer Neugebauer zum vierfachen Großvater. Seit dem Jahr 2004 hat er eine neue Freude am Singen entdeckt, gehört der Kammerchor „Collegium cantat“ Erfurt zu seinem Leben, nun singt er auch wöchentlich Kanons im Hugo-Aufderbeck-Seminar. Im Lauf- und Triathlon Verein Erfurt e.V. und im Wanderverein hält er seinen Körper in Schwung.