MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred und Doris Neuhäuser
Kein Rasten, kein Rosten
Landwirt
Möbelwerkerin
Gösener Str. 21
07613 Heideland OT Großhelmsdorf
Manfred Neuhäuser wurde 1940 in Weißkirchen an der Neiße (heute tschechisches Staatsgebiet) geboren. Nach dem Ende des Krieges musste die Familie 1945 die Heimat verlassen. In der Magdeburger Börde (Etgersleben an der Bode) wurden sie aufgenommen. Hier besuchte der junge Manfred ab 1946 die Schule, die letzten beiden Jahre die Schule von Westegeln. Die landwirtschaftliche Lehre absolvierte er im Volkseigenen Gut (VEG) Egeln. Als diese 1956 abgeschlossen war, wurde er unmittelbar danach zum dreijährigen Studium an die Landwirtschaftliche Fachschule in Naumburg delegiert. Viel Überzeugungsarbeit war notwendig, damit er nun zwei Jahre als Funker in Weißenfels „freiwillig“ in der Nationalen Volksarmee der DDR diente. Im August 1961 (die Mauer war einen Tag zuvor gebaut worden) begann er auf der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) von Gösen als Assistent, so kam er ins nordöstliche Thüringen, wo er seitdem heimisch ist. Bereits ein Jahr später übertrug man ihm die Leitung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Als LPG-Vorsitzender blieb er in Törpla fünf Jahre, übernahm dann eine Gemeinschaftseinrichtung der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) in der Kreisstadt Eisenberg und fungierte ab 1968 als Betriebsleiter des Agrochemischen Zentrums (ACZ). 1973 wurde er Chef der Arbeiter-und-Bauern-Inspektion (ABI) des Kreises, befasst mit der Kontrolle von Betrieben und staatlichen Einrichtungen. Als die ABI mit dem Ende der DDR aufgelöst wurde, war er vorübergehend arbeitslos, fand dann für mehrere Jahre Arbeit bei Firmen für Feuerungsbau im Nordwesten der Bundesrepublik. Zu DDR-Zeiten hatte er mit viel Mühen sein Heim mit eigenen Händen errichtet, mit der Feierabendbrigade an vielen Wochenenden gewerkelt, der Fleiß seiner Hände half ihm nun auch in diesen Jahren schwerster Arbeit, meist auf Montage unterwegs. Seit 2003 ist er im Ruhestand.
1964 hatte er seine Frau Doris geheiratet. Sie ist gebürtige Großhelmsdorferin, Jahrgang 1942. Sie besuchte die Grundschule am Ort und lernte in drei Jahren bei einer privaten Meisterin den Beruf einer Damenschneiderin. Doch unmittelbar danach wechselte sie als Arbeiterin ins VEB Möbelkombinat Eisenberg, stand am Band, bis 1990 der Betrieb geschlossen wurde. Dazwischen lagen die Geburten der drei Kinder, der Töchter Andrea (1965) und Susan (1971) und des Sohnes Thomas (1968). Nun blieb sie zu Hause, kümmerte sich um die Kinder, versorgte deren Großmutter, betreute das Kleinvieh. Beim Singen in dörflicher Chorgemeinschaft fand sie ihren Ausgleich.