MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa und Manfred Netzel
Ein neues Zuhause
Textilfacharbeiterin
Landwirt
07907 Oettersdorf
Im mecklenburgischen Lichtenberg (Feldberger Seenlandschaft) kam Manfred Netzel 1942 auf die Welt. Als nach Kriegsende 1945 die Bodenreform viele Grundbesitzer enteignete, gehörte sein Vater zu jenen, die zu viel Hektar besaßen. So wurde die Familie ausgewiesen, landete im thüringischen Schleiz, fand in der Schmidtenmühle bei Lössau Aufnahme. Im benachbarten Löhma konnte der Vater eine Wirtschaft pachten, 1957 hatte er sogar in Oettersdorf die Chance, einen Bauernhof zu übernehmen. Viel gab es nun zu arbeiten beim Umbau von Stall und Wohnhaus, bei der Bewirtschaftung des Hofes, so dass Manfred Netzel nach der 8. Klasse die Schule beendete und zum mithelfenden Sohn wie bald ausgebildeten Landwirt wurde. Die Felder wurden 1960 in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Typ I eingebracht, noch blieb Manfred Netzel für das Vieh im eigenen Stall verantwortlich, auch als er 1965 formell die Wirtschaft übernahm. Als 1972 eine große Milchviehanlage fertig wurde, wandelte sich die LPG zum Typ III, er arbeitete nun vorwiegend im Feldbau, auch als die LPG mit dem Ende sozialistischer Strukturen zur Oettersdorfer Landwirtschaftlichen AG wurde. Ab 1996 agierte er als Viehpfleger im Bullenstall, bis er 2007 in den Ruhestand wechselte. 1996 war auch das Wohnhaus abgebrannt (Kabelschaden), mit viel Mühe und Arbeit wiedererrichtet.
Christa Netzel kam im nordböhmischen Zwettnitz 1940 auf die Welt, wo ihr Vater eine Mühle betrieb. Als die Deutschen im Juli 1945 ausgewiesen wurden, kamen sie nach Wallengrün (Vogtland), in der benachbarten Stadt Pausa besuchte sie die Schule bis zur 8. Klasse, nahm eine Lehre als Textilmaschinenfahrerin in der dortigen Stickerei auf. 1968 wechselte sie mit ihrem ersten Mann (Heirat 1960) nach Auma, wo sie 1970–1985 wohnte, und arbeitete nun in einer Elektronikabteilung der Keramischen Werke Hermsdorf. Mit der Scheidung 1985 erfolgte auch ihr Wohnortwechsel nach Oettersdorf. Sie heiratete 1987 Manfred Netzel, wirkte als technische Hilfskraft im örtlichen Kindergarten, kümmerte sie sich vor allem auch um die Fremdenzimmer auf dem Grundstück und deren Bewohner auf Zeit. Die gewerbliche Vermietung haben sie inzwischen aufgegeben, ebenso wie Pferdehaltung und das Angebot von Hochzeits- und Kremserausfahrten mit der beplanten Kutsche. Aus den ersten Ehen gehören ihre vier Kinder (und zwölf Enkel) sowie sein Kind (und drei Enkel) zur Familie, drei Urenkel sind auch schon zu bewundern.