MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Angela Neumann

Ein Leben in „Selbstbestimmtheit und geistiger Unabhängigkeit“

Angela Neumann

Rentnerin Nitzwalderstr.16 12683 Berlin

Analytisches Denken, zuhören können, Fleiß und Gutmütigkeit charakterisieren sie, die Diplom-Chemikerin Angela Neumann Heute Rentnerin, schaut sie zurück auf ein bewegtes Leben. Gern erinnert sie sich an ihre Kindheit mit der Großmutter. In Berlin erlebt sie das Ende des Krieges. Nach dem Abitur 1960 studiert sie an der Technischen Hochschule in Leuna- Merseburg Chemie. 1965 schließt sie mit dem Diplom ab. Danach wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung im VEB Fotochemische Werke Berlin, ist sie beteiligt an der Entwicklung neuer, medizinischer Röntgenfilme. Die Forschungsabteilung arbeitet eng mit der Humboldt-Universität und dem Krankenhaus Berlin-Buch zusammen, ebenso mit dem Kundendienst - wissenschaftlicher Austausch zwischen Forschung und praktischen Anwendern. Später als stellvertretende Gruppenleiterin wirkt sie bei der Überführung von Forschungsergebnissen in die Produktion mit. Ab1990 im Kundendienst, ist sie für den Röntgenfilm beim Kunden vor Ort. Wegen Personalabbau wird sie freigestellt. Infolge ist sie bis 1998 in einer kleinen medizinischen Firma beschäftigt, die Röntgenabteilungen einrichtet und betreut. Hier kommen ihr ihre Kenntnisse der 25-jährigen Tätigkeit in der Röntgenfilmforschung zugute. Sie hilft bei der Qualitätssicherung, reinigt Entwicklermaschinen, fährt Ware aus. Ab 1998 untersucht sie im Rahmen eines Förderprogramms in einem Umweltlabor Boden- und Wasserproben aus unterschiedlichen Regionen der Stadt auf giftige Spurenelemente, lernt den Analysenautomaten zu bedienen. Bei den Auswertungen kommen ihr die Erfahrungen aus dem Studium zugute. Gesellschaftlich aktiv, engagiert sich Angela Neumann heute im Humanistischen Verband und in der Volkssolidarität. Sie nutzt ihre Kenntnisse aus PC-Lehrgängen bei der Arbeit im Verband. Nach der Wende hat sie mit ihrem zweiten Ehemann die Welt bereist, Asien, Europa, Nordafrika. Die vielen kleinen Mitbringsel sind für sie schöne Erinnerungen. Dennoch lebt sie gern in Berlin, ihrer Geburtsstadt. Die heute 71-Jährige hat Freude an ihren 2 Söhnen, die sie nach der Scheidung alleine bis zu deren Studienabschluss begleitet hat. Mit der gleichen Liebe beschäftigt sie sich nun mit der Enkeltochter. Mit anderen Menschen philosophieren, Urania-Vorträge besuchen, populärwissenschaftliche Literatur lesen, kreativ in Haus und Garten wirken sind ihre Hobbys. „Möchte selber immer wachsen und bin offen für Dinge, die da kommen, offen für die Zusammenhänge in der menschlichen Gesellschaft“ ihre Devise. Ihr größter Wunsch: dass „die Menschheit das Gleichgewicht zwischen Haben und Sein findet.“
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