MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christel und Wilfried Naundorf
„Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.“ (Fernöstliche Weisheit)
Sennewitzer Siedlung 14
06193 Petersberg
Fon: 034606 / 22029
In Sennewitz 1948 als Tochter eines Tischlers und einer Hausfrau geboren, lebt Christel Naundorf noch heute in dem Ort. Hier wurde sie eingeschult, hier verbrachte sie ihre Kindheit und hier lernte sie nach dem Abschluss der 10. Klasse den Friseur-Beruf. Sieben Jahre arbeitete sie im Beruf. Sie wechselte dann in den VEB Baumechanik, später in den VEB Natursteinkombinat Sennewitz und absolvierte eine Umschulung zur Industriekauffrau. Indessen seit 1968 mit ihrem Mann Wilfried verheiratet, vervollkommneten die Kinder Carmen (geb. 1969, Kauffrau) und Renè (geb. 1970, Maschinen- und Anlagenbauer) bald die Familie, zu der mittlerweile auch zwei Enkelkinder gehören. Beruf, Haushalt, Kindererziehung und -betreuung und eigene Weiterbildung waren nun unter einen Hut zu bringen. In der Wendezeit lernte sie Arbeitslosigkeit und ABM kennen, arbeitete bei der Gemeinde eine Zeit lang als Schatzmeister und Sportplatzverantwortliche, musste später an einer Umschulung teilnehmen. Zehn Jahre fand sie noch bei der Halleschen Wasser- und Abwasserwirtschaft neue Herausforderung, dann trat sie in den Ruhestand. Doch als Schatzmeister des Fußballvereins wirkt sie heute noch. „Ich wasche auch die Wäsche, putze die Kabinen....“ sagt die engagierte Frau. Ihr Mann Wilfried Naundorf wurde 1945 als Sohn von Landwirten geboren. Zehn Jahre besuchte er die Schule. Sportlich aktiv und erfolgreich, gab man ihm die Empfehlung Leistungssport zu betreiben (HFC / Fußball). Doch die Eltern wollten das nicht. „Es wird ein Beruf erlernt!“ legten sie fest. Das tat er dann auch, wurde zum Dreher im VEB Hallesche Bäckereimaschinen ausgebildet. 1964 wechselte er in das Zentralinstitut für Schweißtechnik, arbeitete als Dreher und legte nebenbei die Schweißer-Prüfung ab. Bis 1985 war er dort leistungsstark tätig, wurde mit dem „Banner der Arbeit“ ausgezeichnet. Dem Fußballsport blieb er die ganze Zeit über treu. Er war ein begehrter Spieler, wurde von einem Verein (Teicha) zum anderen (Sennewitz) abgeworben. Das sogar mittels Vermittlung einer schönen Neubauwohnung. In der DDR ein besonderes Glück, denn die Wohnungssuche war damals sehr schwierig und eine Zuweisung von vielen Faktoren abhängig. Er hatte nun also eine Wohnung für seine kleine Familie und der Verein hatte einen leistungsstarken Fußballspieler. Eine Hand wusch die andere – so funktionierte das Leben in der DDR trotz Engpässen letztendlich immer wieder gut. 1985 erhielt Wilfried Naundorf die Möglichkeit die Gaststätte „Sportlerheim“ zu übernehmen. Ein Jahr nach der Wende eröffnete sich ihm die Chance sich damit zu privatisieren. Er nahm die Herausforderung an und ist bis heute der Gastronomie treu geblieben. Die Versorgung der Sportfreunde, Hochzeiten, Jugendweihen, Einschulungen, Fasching....vielseitig waren die Aufgaben für ihn und seine mithelfende Ehefrau. Heute geht es etwas ruhiger zu. Zwischenzeitlich hatten sie das Sportlerheim abgegeben, es letztendlich aber wieder übernommen und betreiben heute eine Bedarfsgastronomie. Die Eheleute sind stolz auf das Erreichte. Sport ist ihre Lieblingsbeschäftigung und die Sportlerkneipe seine, berichten die beiden lachend. Die Freizeit mit Freunden verbringen und im selbst erbauten Haus noch lange und gesund zu leben, das wünschen sie sich. Die Wende hat einen Zugewinn an finanziellen Mitteln und Möglichkeiten gebracht. Leider zu Lasten der Gemütlichkeit und der Gemeinschaftlichkeit, empfinden sie den hautnah miterlebten Wandel der Zeiten.