MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Regina und Erhard Naumann
„Es muss von Herzen kommen, was auf das Herz wirken soll.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
Fachlehrerin Russisch und Deutsch
Oberlehrerin
Fachlehrer Deutsch und Geschichte
Eilenburger Landstr. 20
04838 Eilenburg OT Hohenprießnitz
Fon: 034242 / 50365
Das Jahr der Geburt von Erhard Naumann fiel in das des Ausbruchs des. II. Weltkrieges und entsprechend wurde seine Kindheit geprägt. Seinen Vater lernte er nie kennen. Der Pilot wurde schon in den ersten Kriegstagen beim Anflug auf England abgeschossen. Die Mutter war vorerst die alleinige Ernährerin in schweren Zeiten. Erhard Naumann war ein Frühaufsteher. Der Hunger trieb ihn oft aus dem Bett und raus in die Natur, wo er immer etwas zum Naschen fand. 1954 beendete er die 8. Klasse. Zu klein und zu dünn für den gewünschten Gärtnerberuf sei er, sagte man und überzeugte ihn, Stellmacher zu werden, was keineswegs schonender war. Nach drei Jahren hatte er den Gesellenbrief in den Händen und im Kopf die Idee mit anderen Jungen „in den Westen abzuhauen“. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen ging er 1957 zur Transportpolizei. Nachdem er seine Frau Renate (geb. 1941) – eine Abiturientin – kennenlernte, wollte er ihr nicht nachstehen und sich nun auch beruflich weiterentwickeln. 1960 wurde geheiratet, sieben Kinder wuchsen in den folgenden Jahren der Familie zu (Angela 1960, Ines 1963, Solveig 1965 / verstorben, Grit 1966, Michael und Rüdiger 1969 und Daniel 1974 / verstorben). 1961 aus dem Transportpolizei-Dienst entlassen, konnte Erhard Naumann sein Studium (1961–1965) an der Pädagogischen Hochschule Leipzig absolvieren, wo auch seine Frau (1959–1963) studierte. Die Naumanns waren bereits verheiratet. Es waren schon zwei Kinder da und das Dritte unterwegs. Deshalb war es notwendig den künftigen Einsatzort nach dem Wohnraum-Angebot zu planen. Sie gingen nach Eilenburg und Hohenprießnitz, wo sie heute noch – indessen im eigenen Haus – wohnen. Der Fachlehrer für Deutsch und Geschichte Erhard Naumann begann seine pädagogische Praxis 1965 als Wanderlehrer. Vier Jahre lehrte er in einer kleinen Schule in Zschepplin, in Krippehna und in einem Kinderheim, dann nur noch in Zschepplin – bis 1993. So unterrichtete er 28 Jahre Kinder deren Kinder später wieder vor ihm auf der Schulbank saßen .Jeder im Ort kennt ihn deshalb und viele schätzen ihn sehr. Am 01.06.2004 ging Erhard Naumann in die Rente. Im gleichen Jahr kandidierte er für den Ortschaftsrat. Er wurde stellvertretender Bürgermeister, später Ortsvorsteher von Hohenprießnitz. Sein Ziel ist es „Gefahren und Schaden von der Gemeinde abzuwenden“, bestimmt er seine Arbeit. Der errungene Preis beim 9. Landeswettbewerb im Landkreis Nordsachsen „Unser Dorf hat Zukunft“ zeugt unter anderem von seiner erfolgreichen Tätigkeit. „Wir sind auch in vielen der 28 Vereine aktiv, waren viele Jahre Richter am Sozial- und Richter am Arbeitsgericht.....“ ergänzt Renate Naumann die Aufzählung der gemeinsamen ehrenamtlichen Tätigkeiten. „Die Märchentante“ berichtet als Beispiel von der jährlichen Organisation des Hohenprießnitzer Weihnachtsmarktes der indessen über die Regionalgrenzen hinaus beliebt ist. Ihre Begeisterung für das gemeinsame Tun wird dabei nahezu greifbar. „Wir sind seit 1960 verheiratet, nach so vielen gemeinsamen Jahren geht nichts mehr ohne den anderen“, gibt Erhard Naumann preis. Fleiß und Ausdauer, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, Geduld und Beharrlichkeit sind die Eigenschaften, die Erhard und Renate Naumann auf ihrem Lebensweg begleitet haben. 28 Jahre war Renate Naumann an der Polytechnischen Oberschule Hohenprießnitz Fachlehrer für Deutsch und Russisch. Nach einem schweren Unfall des Sohnes qualifizierte sie sich zum Behindertenpädagogen. 1998 wurde sie vom Gemeinderat des Ortes zur Ortschronistin berufen. „Hohenprießnitz ist unsere Heimat geworden. Hier sind wir zwar nicht geboren, aber hier fühlen wir uns wohl. Hier haben wir unsere Kinder großgezogen, hier haben wir die Sorgen der Menschen geteilt. Hier sind unsere Freunde“, beschreiben die Eheleute ihr Empfinden. Lange möchten sie an allem Teil haben, wünschen sich deshalb Gesundheit für sich, aber auch für die Familie, inklusive der sieben Enkel.