MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans und Karin Nedok
Ihre Devise: „Leben und leben lassen!“
Landrain 132
06118 Halle
Fon: 0345 / 5200736
1940 geboren, besuchte Hans Nedok acht Jahre die Schule und wäre im Anschluss gerne Elektriker geworden. Wegen Mangel an einer entsprechenden Möglichkeit, lernte er bei der Energieversorgung Halle den Beruf eines Transformatorenbauers. Bei der Deutschen Reichsbahn fand er danach als Betriebselektriker eine Stelle, wechselte Ende 1957 zum VEB Starkstromanlagenbau Halle. Er erinnert sich noch, dass der Wechsel eine Lohnverbesserung von 320 Mark auf 780 Mark mit sich brachte! Jung war er, ungebunden und bei der Planung einer Betriebsfeier mit Angehörigen insofern überfordert, dass er niemanden hatte, der mit ihm gehen konnte. Ein Kollege erklärte sich bereit, seine Tochter an dem Abend mitzubringen. Sie (geb. 1941), hatte gerade die Lehre als Krankenpflegerin beendet und so war es gleichzeitig auch ein kleines Geschenk an das Erwachsenwerden der 17-jährigen Karin, an dem Abend eingeladen zu sein. Niemand ahnte, dass sich daraus eine Partnerschaft fürs Leben ergeben sollte. Doch genau das geschah. 1961 wurde geheiratet, 2011 feierten beide die Goldene Hochzeit. Hans Nedok blieb nicht auf seiner fachlichen Qualifikation stehen. Er besuchte die Meisterschule, mit dem Abschluss Meister der Volkseignen Industrie. Und als seine Arbeit es ihm abverlangte, stellte er sich zudem einem fünfjährigen Fernstudium an der Ingenieurschule für Elektrotechnik und Maschinenbau Eisleben. Für die junge Familie eine Herausforderung, denn Karin Nedok arbeitete im Schichtsystem und die Töchter Heike und Beate waren noch klein. Die Nedoks waren froh, als 1973 der Ingenieur-Abschluss erlangt war und das Familienleben sich wieder normalisierte. In der Projektierung arbeitete Hans Nedok nun bis Mitte er 80-er Jahre und danach in der Abteilung Rationalisierung. Die Wende brachte Veränderung. Siemens übernahm 1990 den VEB Starkstromanlagenbau und die erste Maßnahme war, den Betrieb zu zerschlagen, erzählt Hans Nedok. Von Arbeitslosigkeit wollte er nicht betroffen werden, fing 1991 bei der LVA (Landesversicherungsanstalt) an und arbeitete dort bis zum Erreichen des Ruhestandes im Jahr 2000. Seine Frau war ein Jahr länger berufstätig, ging 2001 in die Rente. Sie hatte 1960–1961 noch Ihr Examen als Krankenschwester abgelegt und als solche auf Station und in der Blutspende gearbeitet. Mit einer weiteren Qualifikation zur Betriebsschwester hatte sie erreicht, nicht mehr in Schichten arbeiten zu müssen und zugleich die Arbeit gefunden, die eine hohe Selbstständigkeit erforderte und ihr deshalb sehr gefiel. Mit der Wende wurde auch ihre Stelle abgeschafft, doch mit ihrer guten Qualifikation, nahm man sie nur zu gerne wieder im Stationsbetrieb auf. Im Ruhestand genossen die Nedoks ihr Häuschen, nutzen nach dem Verkauf die Ungebundenheit für aktive Reistätigkeit. Sie schwärmen von der Amerika-Rundreise und den Kreuzfahrten, verbringen ansonsten am liebsten ihre Freizeit mit der Familie, zu der auch drei Enkelkinder gehören.