MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gundolf und Thea Beyer
Viele Gemeinsamkeiten
Maschinenschlosser
Industriekauffrau
Lauenhainer Str. 33
09648 Mittweida
Thea und Gundolf Beyer mussten beide erfahren, dass ihre Väter die Schrecknisse des 2. Weltkrieges nicht überlebten. Sie kam als Thea Müller 1938 in Erlau (wenige Kilometer nördlich von Mittweida) zur Welt, sie musste wie ihre ältere Schwester der Mutter helfen, die sich, nun alleinerziehend, als Hausmeisterin der Schule durchschlug. Während ihrer Schulzeit von 1944 bis 1952 engagierte sich die junge Thea in der Volkstanzgruppe der Maschinen-Traktoren-Station (MTS), freute sich an Auftritten in Quedlinburg oder sogar Berlin. Zwei Jahre dauerte ihre Lehre Industriekaufmann bei der Textilfirma Paul Diener GmbH Mittweida. Nach der Ausbildung blieb sie noch drei Jahre, wechselte nun als Sachbearbeiterin zum VEB Großdrehmaschinenbau "8. Mai" Karl-Marx-Stadt, Werk II Mittweida. Sie durchlief verschiedene Abteilungen, vom Export bis zum Hochlager. Dreiunddreißig Jahre dauerte ihre Betriebszugehörigkeit, ehe mit dem 31. Dezember 1990 ihr Berufsleben zum Abschluss kam, sie in den Vorruhestand wechselte. Im Betrieb hatte sie einst auch ihren Mann Gundolf kennengelernt, der seit 1959 im Mittweidaer Werk zugange war. Aus seiner 1961 geschlossenen ersten Ehe stammt Sohn Andreas (Jahrgang 1963), nur verstarb seine damalige Frau kurz nach dessen Geburt. Nun blicken Thea und Gundolf Beyer auf lange gemeinsame Jahre glücklich zurück. Gundolf Beyer wurde 1937 in Ottendorf geboren. Die früh verwitwete Mutter konnte ihm und seinem Bruder nur bescheidene Verhältnisse bieten. So musste er neben dem Schulbesuch von 1943 bis 1951 noch Kühe hüten. Wie sein gefallener Vater sollte er Tischler werden. Doch die Ausbildung bei Meister Fiedler in Mittweida lief wenig erfreulich, wurde nach wenigen Monaten abgebrochen. Bevor er im September 1952 eine Schlosserlehre in Chemnitz (wenig später Karl-Marx-Stadt) aufnahm, verdiente er bei einem Korbmacher etwas Geld. Dazu bestimmte in seiner Jugend ein aktives Sportlerdasein mit Leichtathletik (Mittelstrecke), Feder- und Volleyball sein Leben. Nach Beendigung seiner Lehre, die in einem zentralen Ausbildungsbetrieb der Werkzeugmaschinenindustrie erfolgte, begann er beim VEB „8. Mai“. 1959 sollte er als Aushilfe im Werk II in Mittweida eingesetzt werden, daraus wurden viele erfüllte Berufsjahre in diesem Zweigbetrieb. Eine Auszeichnung als Bestarbeiter, mit einer Reise nach Leningrad (heute wieder St. Petersburg) verbunden, krönte sein berufliches Wirken. 1992 schied er, ebenfalls mit Vorruhestandsregelung, aus. Thea und Gundolf Beyer treffen sich bis heute jährlich mit dem einst vertrauten Kollegenkreis. Sohn Andreas, Enkelkinder prägten dazu ihr Leben, dreißig Jahre erfreuten sie sich am Garten, den sie nun altersbedingt aufgeben mussten. Früher mit dem Auto, heute mit dem Bus genießen sie schöne Landschaften, vor allem die Alpen.