MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hilmar Beyer

Noch immer mit der „Schwalbe“ unterwegs

Hilmar Beyer

Chemiefacharbeiter
Turnstr. 38
09243 Niederfrohna
Fon: 03722 / 949225

Am Nordrand des Erzgebirges kam Hilmar Beyer 1936 in dem Ort Niederlichtenau zur Welt. Als Nachzügler war er der Jüngste der drei Brüder. Seine Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft. Seine Kinderjahre wurden auch von den Auswirkungen des 2. Weltkrieges geprägt. Das nahe Chemnitz wurde bombardiert, der Lichtschein war bis in seinen Heimatort zu sehen, die Menschen flohen aus der Großstadt, kamen später in Flüchtlingstrecks aus Schlesien, mussten Quartier finden, die Jungs mussten sich darum zeitweise mit Behelfsschlafstätten begnügen. Zur Schule ging es nur über die Straße. Hilmar Beyer besuchte sie von 1942–1950, hatte Freude am Lernen. Schon als Kind hatte er sich an allen Arbeiten am elterlichen Hof beteiligen müssen, vom Ausmisten des Stalls bis zum Hacken der Rüben und dem Wenden des Heus. Nach dem Abschluss der 8. Klasse wurde er in der familiären Landwirtschaft gebraucht, besuchte daneben die Landwirtschaftsklasse der Berufsschule in Frankenberg. Als er sechzehn Jahre alt war, verlor die Familie die Mutter. Als Hilmar Beyer achtzehn Jahre wurde, hielt es ihn aber nun nicht mehr zu Hause. Er hatte gerade seinen Führerschein gemacht, half nun vier Jahre dem Onkel im Kohlehandel beim Ausfahren. Dann wechselte er in die örtliche Lackfabrik, konnte in diesem volkseigenen Betrieb (VEB) einen Abschluss als Chemiefacharbeiter erwerben. Als er 1966 mit der Heirat zu seiner Frau Hannelore nach Niederfrohna (nun wenige Kilometer westlich von Chemnitz) zog, fuhr er mit mit seiner ES 250 ccm bis 1980 noch ein Jahr zur Lackfabrik, war aber dann glücklich, eine Arbeit in der Nähe zu finden. Beim VEB Polychemie in Limbach-Oberfrohna erlebte er gute und weniger erfreuliche Zeiten, wechselte dann in eine Firma, die Bremsbeläge herstellte. Lange Zeit wirkte er hier in zwei Schichten. Als mit dem Ende der DDR die Wirtschaftlichkeit des Betriebes nicht mehr gegeben war, konnte er in den Vorruhestand gehen. Frau Hannelore hatte er einst bei einer Reise mit „Jugendtourist“ in die damalige Sowjetunion kennengelernt. Hannelore Beyer arbeitete als Näherin und im Bereich Verpackung in der Textilindustrie. Sie ist bereits 1994 verstorben. Geblieben ist ihm Tochter Heike (Jahrgang 1967), die in der Nähe wohnt und ihn – nun im betagten Alter – versorgt. Doch noch immer fährt er mit seinem Moped Marke „Schwalbe“ gern selbst zum Einkaufen. Ein Enkelkind gehört zur Familie und stets war Hilmar Beyer glücklich, wenn er sich um Hündin Trixi (Labrador) kümmern konnte. Zweimal im Monat trifft er sich mit der Kegelrunde. Den Garten und die Blumen sieht er als seine freudig wahrgenommene tägliche Aufgabe.
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