MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Renate Bienert

Nach dem Vorbild der Eltern

Renate Bienert

Industriekauffrau
99087 Erfurt

Renate Bienert wurde am 09.10.1939 in Erfurt geboren. Ihr Vater arbeitete als Elektriker, die Mutter war Kindergärtnerin. „Meine Eltern sind immer Vorbild für mich und meine beiden Geschwister gewesen. Sie haben viele Dinge vorgelebt, die wir später übernommen und unseren eigenen Kindern weiter gegeben haben“, erinnert sie sich. Mit kriegsbedingten Unterbrechungen besuchte Renate von 1944–1952 in ihrer Heimatstadt die Schule. „Ich war erst dreizehn Jahre alt als ich aus der Schule kam und musste warten, bis ich vierzehn wurde, um mit meiner selbst organisierten Lehrstelle beginnen zu können“, erzählt sie. „Ich habe damals unter anderem im Kinderferienlager gearbeitet, um die Zeit zu überbrücken.“ Von 1953–1956 absolvierte Renate dann eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei den Erfurter Verkehrsbetrieben und arbeitete anschließend 46 Jahre in ihrem Lehrbetrieb. „Ich habe als Materialbuchhalterin begonnen und habe zwischenzeitlich ins Lager gewechselt. Die letzten sieben Jahre war ich im Einkauf und der Materialbeschaffung tätig“, schildert sie ihren beruflichen Werdegang, der auch zahlreiche innerbetriebliche Qualifizierungen beinhaltete. 1999 wurde Renate Bienert pensioniert. 1959 heiratete sie ihren Mann Karl-Heinz Bienert (*1938). Er war selbstständiger Schuhmacher und erlangte später seinen Meister auf dem Gebiet des orthopädischen Schuhwerks. Nachdem er eine bestehende Werkstatt übernommen hatte, war er in dieser bis 2005 tätig. „In der oberen Etage haben wir gewohnt“, berichtet Renate. Als Karl-Heinz Bienert erkrankte, wurde das Haus verkauft. „Wir haben uns dann von dem Erlös eine Eigentumswohnung gekauft, da mein Mann die Treppen in unserem bisherigen Zuhause nicht mehr bewältigen konnte.“ 2011 verstarb Karl-Heinz Bienert. Das Paar hat mit Ramona (*1959, Bankfachangestellte) eine Tochter und mittlerweile eine Enkelin und zwei Urenkelinnen. Bereits seit ihrer Jugend engagiert sich Renate Bienert ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Mittlerweile bin ich sogar Ehrenmitglied“, schmunzelt sie und freut sich über die vielen Freizeitaktivitäten des Vereins, dem sie bis heute angeschlossen ist. Auch beim Bowlen und im Polizeisportverein hält sie sich regelmäßig fit. Besonders stolz ist Renate Bienert auf die Entwicklung ihrer Familie. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen außerdem Handarbeiten. „Häkeln, stricken, das ganze Programm“, sagt sie. „Ich kann einfach nicht ruhig sitzen bleiben und muss immer etwas zu tun haben.“ Ein intakter Freundeskreis sowie erlebnisreiche Urlaubsreisen runden die ausgefüllten Tage ab. „Große Wünsche habe ich keine mehr. Ich lasse alles auf mich zukommen und hoffe, dass ich mein Leben weiterhin so aktiv und selbstbestimmt mitgestalten kann.“
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