MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf und Brigitte Birkenfeld
Laufen, laufen, laufen
Betriebsschlosser
Werkprüfer
Trainer Radsport
Fernschreibkraft
Lunzenauer Str. 8
09322 Penig
Sein Traum, Musiker zu werden wie sein Opa, oder später Porzellanmaler in Kahla hat sich nicht erfüllt. Dennoch ist Rolf Birkenfeld aus Penig ein glücklicher Mensch geworden. Verheiratet seit 1953 mit Brigitte, geborene Wagener, sind der Radsport und das Laufen stets seine große Leidenschaft gewesen. „Um mit Sorgen und Nöten, besonders in der Kindheit, fertig zu werden und auch später als Ausgleich zum Berufsleben, bin ich Marathon gelaufen und mit dem Rad gefahren“, sagt Rolf Birkenfeld. Mit über 50 Jahren lief er drei Stunden und 13 Minuten Marathon – eine Glanzleistung in seiner damaligen Altersklasse. 1935 in Gera als Sohn eines Arbeiters und einer Hausfrau geboren, wuchs er unter vier Geschwistern auf. Das Überleben nach dem Krieg war wichtiger, als Musiker zu werden, berichtet der frühere Betriebsschlosser und Werkprüfer. Von Gera nach Hof als Sohn einer alleinerziehenden Mutter und Heimkind (der Vater galt als Kriegsvermisster) ausgebüxt, wurde ihm das als Fluchtversuch hart angekreidet und er landete in einem Jugendwerkhof. Es sind keine schönen Kindheitserinnerungen. Er wurde zusammengeschlagen und war oft verzweifelt, das Laufen half, wirkte wie eine Befreiung, blickt Rolf Birkenfeld, inzwischen längst rehabilitiert, zurück. Er arbeitete im Modedruck Gera und in der Maschinenfabrik seiner Geburtsstadt. Mehr als 30 Jahre war der Vater von vier Söhnen im Bahnbetriebswerk tätig. Aufgrund seiner Berufserfahrungen als Schlosser und Instandhalter wurde ihm der Meister zuerkannt. Rolf Birkenfeld war bis zum Eintritt ins Rentenalter zudem Revisionsberechtigter für Druckbehälter bei der Bahn. Nebenberuflich verbrachte der Familienvater viel Zeit im Trainingszentrum für Radsport in Saalfeld, wo sein zweitjüngster Sohn Mario (geboren 1964) trainierte. Die sportliche Karierre des Jungen endete jäh aufgrund einer Darmkrankheit. Vater Birkenfeld engagierte sich im TZ zunächst als Techniker, dann als Übungsleiter und. Trainer. „Dass ich mit meiner Frau immer noch zusammen sein und lachen kann und gesund bin, schätze ich als großes Glück ein“, sagt Rolf Birkenfeld. Stolz seien beide auf ihre Kinder und Enkel, erklärt Brigitte Birkenfeld, die früher als Fernschreibkraft arbeitete. Nach wie vor liebt ihr Mann die Arbeit im Garten, zieht Tomaten und Paprika. Täve Schur bleibt sein Vorbild – als Sportler und Familienmensch. Was die Birkenfelds ärgert, ist das Hochwasser, von dem sie in Penig schon des öfteren heimgesucht worden seien. „Ein paar Mal sind wir abgesoffen“, schildert er. Und fügt sofort hinzu: „Aber wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Ein Instrument spielen können, diese Gabe würde er gern besitzen.