MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Heinz und Herta Bienert

„Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“

Heinz und Herta Bienert

Schäfermeister
Zwirnerin, Schäferin
Heynitzer Str. 2
01683 Heynitz

Vom Dichter Salomon Franck im 18. Jahrhundert stammen jene Worte, zu denen Heinz Bienert möglicherweise ergänzen würde, dass auch seine gut ausgebildeten Hütehunde dazu gehören. Er wurde 1937 in Breslau geboren, wuchs in einer durch die Landwirtschaft geprägten Familie weitgehend bei den Großeltern im schlesischen Briesen auf. Im Januar 1945 ging es für Frauen und Kinder aus dem bald umkämpften Gebiet gen Westen, doch kehrten sie nach dem Kriegsende zurück. Polnische Bürger übernahmen Höfe und Felder, 1946 wurde Familie Bienert ausgesiedelt. In Mittelsachsen mussten sie neue Heimat finden, erlebten erst die Massenunterkunft in Schloss Schieritz (Ketzerbachtal), kamen dann nach Leutewitz. Als der Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, arbeitete dieser erst im Uranerzbergbau, ehe er in Heynitz Land und Wohnung zugewiesen bekam. Nebenan wohnte ein Schäfer und dessen Arbeit wie vor allem dessen Hunde wurden zur Freude des jungen Heinz. Nach dem Abschluss der 8. Klasse machte er deshalb eine Lehre als Schäfer, praktisch bei der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), theoretisch gebildet auf der Berufsschule in Wettin an der Saale. Später folgte noch die Meisterschule in Biendorf bei Bernburg. Zwischenzeitlich hatte er im Saalkreis gearbeitet, zeitweilig berufsfremd beim Brückenbau und einige Zeit bei der Grenzpolizei im Dreiländereck DDR, Polen, Tschechien. Hier lernte er seine Frau Herta (Jahrgang 1941) kennen, ebenfalls aus einer landwirtschaftlich engagierten schlesischen Aussiedlerfamilie. Sie hatte einst Zwirnerin in der Textilindustrie gelernt, mit Heirat (1960), Geburt des Sohnes Andreas (1960) und Übersiedlung nach Heynitz wurde sie eine ebenso leidenschaftliche Schäferin, eingespannt in die tagtägliche Betreuung und Versorgung der bis zu 800 Schafe und Lämmer. Die Ausbildung der Hütehunde wurde zur besonderen Freude von Heinz Bienert. Einunddreißig Jahre kümmerte er sich im Auftrag der LPG um Weide, Aufzucht, Schur. Dann wurden 1991 mit der Umwandlung der Agrarstrukturen die Schafe abgeschafft. Da auch die Gesundheit nun ihr Recht forderte, war dann der Vorruhestand für Heinz Bienert wohlverdient. Frau Herta halfen Umschulungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Heute kümmern sie sich um die beiden Enkel und inzwischen auch zwei Urenkel, mit denen Tochter Kerstin (1963 geboren) die Familie bereichert hat.
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