MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Susanne Beyer
„Wer warten kann, kann alles „
Anaesthesiologin i. R.
13086 Berlin
Mit diesem Motto wurde sie in ihrem Berufsleben und im Privaten durch die ihr eigene Ausdauer, Offenheit, Kreativität und Dankbarkeit bei ihren vielen Aktivitäten erfolgreich.
Susanne Beyer wurde am 20.04.1939 in Berlin geboren. Der Vater war Landwirt, die Mutter Hausfrau. Am Kriegsende waren die drei Schwestern Halbwaisen und die Mutter absolvierte jahrelang eine arbeitsbegleitende Ausbildung zur Säuglingsschwester, um ihre drei Kinder alleine groß zu ziehen. Grundschulzeit in Berlin-Pankow, Abitur 1957. Ein Gespräch mit einem Anästhesisten der ersten Generation im Abiturjahr weckte einen erstrebenswerten Berufswunsch. Dazu waren Durchsetzungsvermögen, gute Beobachtungsgabe, Physik, Chemie, Kreativität einzubringen. Von der Mutter durch Vertrauen stark gemacht, arbeitete sie als Laborgehilfin ein Jahr universitätsnah. Mit der Vorimmatrikulation für das Medizinstudium in Berlin in der Tasche wurde ein produktives Jahr – nun als Maschinenarbeiterin – im VEB Stern-Radio Berlin erforderlich. Hier entstanden lebensbegleitende Freundschaften und hier wurde der spätere Ehemann entdeckt. Das Studium der Humanmedizin an der Humboldt-Universität von 1959–1965 wurde glatt absolviert. Eine Doktorarbeit war begonnen, Ehemann Joachim und Sohn Jan bereicherten das Leben. Pflichtassistenz und Facharztausbildung zur Anästhesistin folgten. 1967 – 10 Jahre nach den geweckten Interesse – hatte sich das Fach von der „Narkosekunst“ wissenschaftlich rasant entwickelt. Teile der Facharztausbildung erfolgten für die Kandidaten an der Charitè oder im Klinikum Buch mit geplanten Delegierungen. 1970 war das Jahr der Promotion, 1971 am Krankenhaus Prenzlauer Berg die Facharztanerkennung nach Kolloquium. 1972 erfolgte ein Wechsel an das Städtische Krankenhaus Berlin-Weißensee in absoluter Wohnnähe für die nächsten 25 Jahre, 18 Jahre als 2. Oberärztin.1974 wurde Sohn Florian geboren und tags von der Großmutter versorgt bis zum Kindergartenalter. Der Beruf garantierte viel Arbeit, wenig Schlaf, auch erfreuliche Pflichten wie Studentenausbildung, Rot-Kreuz-Arbeit, westliche Fachliteratur. Neue Aufgaben der Berufsentwicklung wie Regionalanästhesie und Schmerztherapie wurden etabliert. Nach der mit vielen Hoffnungen begrüßten und begleiteten Wende kam ein neuer Chefarzt, ein neuer Krankenhausbau zog neue Patienten und Mitarbeiter an. Überlebtes wurde überwunden. Ab 1999 im Ruhestand baute das Paar ein passendes Haus mit Garten, pflegte die Mutter, die über 100 Jahre alt wurde. Die heranwachsenden Söhne folgten den Berufsbildern der Eltern: In 3. Generation führt Jan einen Elektrobetrieb, Sohn Florian ist Allgemeinmediziner. Das Ehepaar hat vier Enkel. Auf ihnen ruhen seine Hoffnungen und es ist dankbar für die Teilhabe am Staffellauf des Lebens.