MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa Bindatsch
Und ihre Welt wurde immer größer
Rentnerin
Jenaer Straße 54
12627 Berlin
Die Sehnsucht nach dem Kennenlernen fremder Länder und Welten hat Christa Bindatsch immer beflügelt. Schon die eingeschränkten Möglichkeiten zu DDR-Zeiten haben die 1941 in Berlin geborene nicht gehindert, die Gebirge und Schönheiten der Ostblockländer südlich der DDR bis hin zum Schwarzen Meer zu erkunden. Zusätzlich zum Russischunterricht in der Schule belegte sie Englisch, und Bulgarisch an der Volkshochschule, um mit den Menschen in Kontakt treten zu können. Für ihre Reiselust war die Öffnung der Grenzen ein Segen.
Die Schule beendete sie 1958 nach der 11. Klasse, blieb so ohne Abitur. Sie fand eine Tätigkeit bei der Akademie der Wissenschaften und qualifizierte sich 1961 zur Physiklaborantin, betreute Versuchsaufbauten im Narva-Glühlampenwerk. 1964 wechselte sie zum Kabelwerk Oberspree (KWO), arbeitete dort im Fernmelde-Entwicklungslabor. Im sechsjährigen Abendstudium konnte sie den Abschluss als Ingenieur für elektrotechnische Anlagen erwerben. Mit dem Aufbau einer leistungsfähigen EDV spezialisierte sie sich auf diesen Bereich, wirkte als Programmiererin am Großrechner und Projektorganisatorin. Da alle Betriebe der DDR und manche im Ostblock von hier beliefert wurden, konnte sie manche Gegend schon auf Dienstreise erkunden. 27 Jahre blieb sie in diesem Betrieb, engagierte sich im gewerkschaftlichen, sozialen und betriebskulturellen Bereich.
Mit dem Ende der DDR kam die Zeit der Reisen in ungewohnte Länder. 1991 lernte sie auf Teneriffa ihren Mann kennen, der im Schwabenländle lebte. Da hieß es Abschied nehmen von Berlin und dem Arbeitsplatz, sie wurde Hausfrau, pflegte lange Zeit dann auch ihren Mann, engagierte sich dazu auf einer Sozialstation. 1996 kehrte sie mit ihrem Mann nach Berlin zurück, der ab 2002 im Pflegeheim betreut werden musste und 2006 verstarb. Viele Länder hat sie seitdem kennengelernt, mit dem Flugzeug, auf dem Schiff. Ägypten war darunter, England und – sieh das Gute liegt so nah – eine Donaukreuzfahrt. Immer wieder aber zog es sie, lange Zeit jährlich, in das geliebte Bulgarien.
Sportliche Aktivitäten hat sie immer geschätzt, sei es in der Schulzeit die Leichtathletik oder das Geräteturnen, das Fußballspiel später im Kollegenkreis, das Wandern im Gebirge, jung im Thüringer Wald, später im Hochgebirge. In ihrer Seniorengruppe animiert sie die anderen auch zur Teilnahme an den vielfältigen kulturellen Möglichkeiten, die sich bieten.