MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. phil. habil. Günther Bien

Dialektisch denken, rhetorisch überzeugen

Günther Bien

Ordentlicher Universitätsprofessor (em.)
Friedrichstraße 105A
10117 Berlin

Dem griechischen Philosophen Aristoteles galt das besondere Augenmerk des Wissenschaftlers und Hochschullehrers Professor Bien. Dessen Theorien der Argumentation und Überzeugung, dessen politischen, ethischen und poetischen Intentionen hat er nachgespürt. Sein Buch über die politische Philosophie bei Aristoteles, aus seiner Habilitationsschrift hervorgegangen, gilt noch heute – besonders in den USA – als Standardwerk und als eine der wichtigsten Publikationen zu diesem Philosophen. Geboren wurde Günther Bien 1936 in Mönchengladbach. Ein Lehrer am Gymnasium konnte ihn für die Philosophie begeistern, daraus resultierte erste Beschäftigung mit Aristoteles, aber ebenso mit den klassischen Sprachen Griechisch und Latein. Sein Studium der Philosophie, der klassischen Philologie und der Soziologie führte ihn nach bestandenem Abitur an die Universitäten in Münster, Würzburg und Marburg. In Münster und ab 1965 am Lehrstuhl für Philosophie der Universität Stuttgart begann seine akademische Laufbahn als Wissenschaftler und Lehrender. Ein Jahr verbrachte er an der Universität in Brasilia, ein weiteres Semester an der Universität in Zürich. Er übernahm den Lehrstuhl für Philosophie in Stuttgart und wurde Geschäftsführender Direktor des Institutes für Philosophie, Pädagogik und Psychologie und hatte mit Aristoteles (dessen ethische und politische Schriften er auch in Übersetzungen vorlegen konnte), mit Themensetzungen wie Glück, Theorie der Lüge und zum Naturbegriff der Gegenwart ein breitgefächertes Spektrum, das sich immer wieder in Büchern spiegelte, die er als Autor und Herausgeber, z. T. in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern, betreute. Im Jahr 2002 fand er mit der Berufung nach Berlin neue Herausforderungen und wirkt als Prorektor der (privaten) Lessing Hochschule zu Berlin. Inzwischen emeritiert ist er noch immer als Honorarprofessor an der Universität Ulm tätig, dessen Wissenschaftlichem Beirat er als Vorsitzender angehört. Seit 1965 verheiratet, sind die drei Söhne wie die vier Enkelkinder Bereicherung seiner vertrauten Familie. Die Liebe zu den Büchern wie zum gehaltvollen Gespräch sind geblieben, das Klavierspielen macht immer noch Freude.
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