MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Sigrid Bilger
Leben als Ärztin
Fachärztin für HNO-Krankheiten
Grunauer Str. 12 01069 Dresden
Genauigkeit, vor allem im Beruf, zeichnet sie aus. Als Ehefrau, Mutter, Großmutter liebt sie die familiäre Häuslichkeit. In ihrem Beruf hat sie viel geleistet und erlebt.
Sigrid Bilger wird 1932 in Dresden - Johannstadt geboren. Sie wächst hier auf. Bis 1945 besucht sie die Schule, dann ziehen sie zur Großmutter nach Dresden - Neustadt und macht das Abitur. Sie will Medizin studieren. Als ihr das Studium versagt wird, legt sie zunächst das Staatsexamen als Krankenschwester ab. An der Universität in Greifswald und an der Medizinischen Akademie Dresden studiert sie dann von 1952 bis 1957 Medizin und schließt mit dem Staatsexamen ab. Nach dem Klinischen und Poliklinischen Jahr in Dresden absolviert sie die dreijährige Facharztausbildung als Hals – Nasen – Ohren – Ärztin. Als solche ist sie ab 1962 in der Poliklinik im Stadtzentrum von Dresden tätig Sie ist äußerst kompetent, bei Kollegen und Patienten sehr beliebt - und eine absolute Kapazität. 1991 geht sie in den Ruhestand.
Engagierte Mitglied der Ärztekammer, nimmt sie heute regelmäßig an deren Seniorentreffen teil. Seit 1955 verheiratet, hat sie viele Jahre ein Gartengrundstück gepflegt, Enkel (5) und Urenkel (2) betreut. Als Mutter von vier Kindern, hat sie immer voll gearbeitet. Sie ist mit ihrem Ehemann oft auf Reisen im Ausland gewesen. Auf diesen Bildungsreisen haben sie Kulturen und Lebensweisen anderer Völker kennen gelernt. Heute besucht sie, seit vier Jahren verwitwet, allein Konzerte, Theater, Museen ihrer Heimatstadt, in der sie sehr gern lebt. Mit ihren Enkeln unternimmt sie immer mal Ausflüge in die Umgebung. Sie geht gern spazieren, am liebsten mit ihrer Schwester und den Enkeln. Sie liest sehr viel und besonders gern rätselt sie.
In der DDR gelebt und gearbeitet, ärgert sie sich über die Missachtung der Arbeit in der DDR, über mangelnde Kontakte zwischen Ärzten und Patienten. An ihren Mitmenschen schätzt sie Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Aufgeschlossenheit. Sie wäre gern ungezwungener, offener. Glück bedeutet für die heute 80-Jährige: „Die persönliche Zufriedenheit mit sich und der Umwelt.“ Sie hat in ihrem Leben viel erlebt und gesehen. Als Ärztin hat sie so manche Schicksale, menschliche Tragödien erfahren, die Menschen haben sich ihr anvertraut. Sie war glücklich, ihren Patienten helfen zu können, glücklich über jeden Heilerfolg. Zu gern würde sie einmal „die eigene Biografie schreiben.“