MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anne-Marie Möller

Eine außergewöhnliche Frau

Anne-Marie Möller

Neue Bahnhofsstr. 34 18246 Bützow Mail: aj.kleinfeldt(at)t-online.de

Begegnet man Anne-Marie Möller, ist man schnell beeindruckt von dieser dynamischen Frau. Sie öffnet die Tür, man sieht die gesundheitliche Beeinträchtigung und glaubt, das müsste Einschnitte im täglichen Leben mit sich bringen. Aber Anne-Marie Möller lässt sich nicht unterkriegen, ließ es noch nie! Nach Abschluss der 10 Klasse lernt sie den Beruf einer Stenophonotypistin. Einen Beruf, den es so heute nicht mehr gibt: Schreiben auf Ansagen und vom Band, Bedienung des Fernschreibers. Ihre erste Arbeitsstelle ins die FDJ-Bezirksleitung in Schwerin, wo sie als Sekretärin die Arbeit aufnimmt. Durch ihr angeborenes Hüftleiden 1972 zu einer großen Operation gezwungen, muss sie die Tätigkeit aufgeben. Sie kehrt nach Bützow zurück und und fängt im Rat des Kreises als Sekretärin an. Doch die Gesundheit wird nicht besser, immer neue Operationen führen letztendlich zur Invalidisierung 1984. Sie denkt dankbar daran zurück, wie zur damaligen Zeit die Betreuung und Sorge den behinderten Menschen galt. Rehabilitationskommissionen kümmerten sich hauptberuflich um die soziale Eingliederung, die medizinische Betreuung. Erleichterungen wurden selbstverständlich gewährt. Heute muss sie ständig um ihre früheren Rechte kämpfen. Da gibt es Feststellungsanträge, ohne ärztliche Gutachten, die plötzlich bescheinigen: Der Schweregrad der Krankheit hat sich deutlich verbessert. Ein Landesamt für Straßenbau und Verkehr entscheidet, die stark gehbehinderte Frau benötigt keine Sonderparkgenehmigung mehr. Die Menschlichkeit vermissend, die Kompetenz bezweifelnd, setzt sich Anne-Marie Möller gegen diese Entscheidungen zur Wehr. Erfolgreich zwar, aber immer mit der bleibenden Frage nach der Sozialkompetenz dieser Gesellschaft. Anne-Marie Möller hat all das nicht verbittert, weder ihre Großzügigkeit, noch ihre Hilfsbereitschaft beeinträchtigt. Als sie aus dem Berufsleben ausscheiden musste, hat sie sich fortan aktiv im gesellschaftlichen Leben eingebracht. Sie war viele Jahre im Elternaktiv, Vorsitzende dieses Gremiums und hat sich nachhaltig mit organisatorischer Unterstützung bei Wandertagen, Pioniernachmittagen, Klassenfahrten....eingebracht. Eine Aufgabe, die ihr besondere Freude bereitete, da sie den Umgang mit Kindern schon immer liebte. Vielleicht auch durch die Prägung in frühen Kindertagen, als sie ihre liebe Schwester im Alter von nur neun Jahren verlor. Sie hat geheiratet, sie ist geschieden, hat einen neuen Lebenspartner gefunden. Die Patchwork-Familie hat zusammen drei Kinder großgezogen, freut sich heute über den Enkel. Anne-Marie Möller hat die Mutter bis zum Tod gepflegt, kümmert sich in liebevoller Pflege um die Schwiegermutter. Sie betreute selbst und kostenlos Kinder von Kollegen, wenn sie erkrankt waren. Sie ist und war immer für andere da. Ihre Auszeichnung „Jungaktivist der sozialistischen Arbeit“ erhielt sie für außergewöhnliche Leistungen im Arbeitsleben. Heute müsste sie, gäbe es das, mit dem „Aktivist der Familie“ geehrt werden.
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