MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Pfarrer Hans Nagel

"Wir verkünden euch Christus, den Gekreuzigten."

Hans Nagel
Pfarrer der St. Albertus Gemeinde Oberesslingen und Heilige Dreifaltigkeit Esslingen Zell

Hasenrainweg 40
73730 Esslingen

Aufgewachsen ist Hans Nagel wohl eher traditionell. Sein Vater arbeitete als Schneidermeister. Er selbst spürte durch die Erkrankung an Kinderlähmung und die daraus resultierende Gehbehinderung einen frühen Einschnitt in sein eigenes Leben. Da stellte sich dem Jungen schon früh die Sinnfrage des Lebens. Mit vierzehn Jahren war es dann so weit, dass ihn das dringende theologische Bedürfnis erfasst hatte. Es entstand der brennende Wunsch, Priester zu werden. Hans Nagel bestand das Landexamen und erhielt ein Stipendium für die Ausbildung zum Geistlichen. Während seiner Schul- und Abiturzeit wohnte er im Konvikt, einem bischöflichen Internat und lernte früh einen strengen und pädagogischen Tagesablauf kennen und schätzen. 1962 trat er dann sein Studium in Tübingen an. Einer seiner Lehrer war niemand geringeres als Professor Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt. Von ihm lernte er vor allem viel über seine Einstellung zur Kirche, nämlich dass der Glaube schön ist und Freude ins Leben bringt. Von Moralaposteln und Emporkömmlingen grenzte sich Hans Nagel ab. Das Studium in der Zeit des 2. Vatikanischen Konzils 1962-1966 beschreibt er als bewegt und aufregend. In vielen Diskussionen und Auseinandersetzungen festigte sich damals seine Weltanschauung. Das Zölibat hat seine Vorzüge und es macht Sinn, dass einige Menschen sich bewusst der Familiengründung entziehen zugunsten ihrer Berufung. 1968 empfing Hans Nagel die Priesterweihe und wurde Vikar in Aalen, dann Studentenpfarrer in Tübingen und Pfarrer in Kirchheim. Seit vielen Jahren aber betreut Hans Nagel die Gemeinde in Oberesslingen mit der schönen neuromanischen Kirche. Antworten für grausame Dinge kann er den Menschen in seinem Umfeld auch nicht immer geben. "Erfolg ist keiner der Namen Gottes", zitiert er Martin Buber. Dass die Menschen heute immer mehr vom Alltag gefangen genommen werden, betrachtet er mit Sorge. In wenigen Jahren wird Hans Nagel nun in den Ruhestand gehen. Dann gibt es genügend Zeit, alle wichtigen Gedanken über die Welt schriftlich festzuhalten. Das vertieft das Nachdenken darüber.
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