MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Brigitte und Rolf Mähler
Als leidenschaftliche Tänzer waren sie stets bekannt
Verkehrskauffrau
Bauingenieur (FH)
99425 Weimar
Ihre Geburtstage am 21.und 23. Oktober haben sie immer zusammen feiern können. Und hätte Brigitte Mähler aus Weimar heute einen Herzenswunsch frei, so würde sie gerne ihren 2006 viel zu früh verstorbenen Mann Rolf (geboren 1937 in Weimar, Diplom-Bauingenieur) wiedersehen wollen. Als die Beiden 1957 heirateten, war Brigitte (Jahrgang 1938, geboren in Leipzig) erst 18, er 19 Jahre jung. Das Paar, das immer den Tanz eröffnete und zu DDR-Zeiten mit seinem Pkw an Rallyes teilnahm, hat drei Kinder bekommen, inzwischen sieben Enkel und mittlerweile auch schon elf Urenkel. Die beiden Töchter Andrea und Kathrin, die 1958 und 1959 zur Welt kamen, leben in Nordrhein-Westfalen. Sohn Gilbert, geboren 1964, starb mit 18 Jahren (1982, war mit Jugendlichen zur Kirmes in Taubach, wurde überfahren). „Sein früher Tod wurde nie aufgeklärt“, glaubt Brigitte Mähler und blickt auf die Jahre zurück, als sie und ihr Ehemann Rolf bei der Staatsanwaltschaft ein- und ausgegangen seien. Trotz ihrer Schicksalsschläge schaut Brigitte Mähler auf ein erfülltes Leben. Die evangelische Christin war stets politisch interessiert und ist es bis heute geblieben. Sie ist stolz auf den großen Zusammenhalt in der Familie und versucht stets ihr Wissen an die vielen Nachkommen weiterzugeben. Als Kind hat Brigitte den Zweiten Weltkrieg mit seinen schrecklichen Bombenangriffen in ihrer Heimatstadt Leipzig miterlebt. Eingeschult in Lützschena bei Leipzig, wuchs sie sehr behütet auf in einem bürgerlichen Elternhaus. Im thüringischen Ohrdruf absolvierte Brigitte in einer Internatsschule die 10. Klasse. Ihr Vater meinte, dass sie keinen Beruf erlernen müsse, weil sie sich gut verheiraten würde. Doch die ehrgeizige junge Frau wollte immer berufstätig sein und setzte ihre Ziele als Mutter von drei Kindern auch um. Sie lernte zunächst Maschineschreiben in einem Lehrgang und arbeitete in den 1960-1970er Jahren in mehreren Betrieben in Büros, unter anderem bei einer Spedition in Erfurt (Buchhaltung) und bei der Staatsbank. Die Familie zog aufs Land in ein eigenes Haus. Sie fand Arbeit als Sekretärin bei der LPG Pflanzenproduktion Mellingen, er als studierter Ingenieur für Baustofftechnologie übernahm die Bauleitung bei der LPG Tierproduktion. Doch das politische Klima dort gefiel den Mählers nicht. Sie wechselten erneut die Betriebe. Bis zur Wende (beide nahmen an den Demos teil) arbeitete Brigitte Mähler bei der PGH Kfz. In Bad Berka im Büro (bis zur Kündigung 31.12.1989), ihr Mann bei der ZBO. Nach der Wende verkaufte sie ein Jahr Lottoscheine bei der Lottogesellschaft/Post in Weimar (bis Januar 1991). Nach kurzer Arbeitslosigkeit war sie von März 1991-31.10.1998 im Anzeigenverkauf beim Allgemeinen Anzeiger tätig. Das hat ihr viel Spaß gemacht. In seinem Haus in Oettern betrieb das Paar eine kleine Pension nebenbei und lernte somit viele Menschen aus aller Welt kennen, das Brigitte und Rolf Mählers Leben prägte.