MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sigrid Möbius

Liebe über den Tod hinaus

Sigrid Möbius

Facharbeiterin für Textiltechnik,
Molkereifacharbeiterin
Milkauer Str. 4

09306 Rochlitz OT Gröbschütz

Sigrid Möbius kam am 17.7.1953 im sächsischen Rochlitz zur Welt und verlebte eine naturverbundene, behütete Kindheit mit drei Geschwistern. Ihr Vater arbeitete in der Molkerei, die Mutter bei der LPG. Von 1960–1970 besuchte Sigrid zuerst in Seelitz und anschließend in Rochlitz die Schule. „Beruflich hatte ich immer den Wunsch, etwas mit Kindern zu machen. Leider ließ sich dieses Vorhaben damals nicht in die Tat umsetzen“, erzählt sie. Stattdessen absolvierte sie eine Lehre als Facharbeiterin für Textiltechnik in der Weberei Mittweida und war in diesem Betrieb bis 1975 tätig. Im selber Jahr heiratete sie ihren Mann Wolfgang Möbius, der als Berufskraftfahrer in Döhlen arbeitete. „Wir kannten uns im Prinzip schon aus dem Sandkasten“, schmunzelt Sigrid. Mit Rico (*1972; Straßenbaumeister) und Mandy (*1977; Fachverkäuferin) hat das Paar zwei Kinder und mittlerweile vier Enkel. „Wir haben eine glückliche Ehe geführt, bis uns 2006 ein Schicksalsschlag für immer trennte. Mein Mann ist bis heute für unsere gesamte Familie durch nichts zu ersetzen“, sagt Sigrid Möbius, die mit diesem Verlust leben lernen musste. Von 1976–1982 war sie beim VEB Stern-Radio Rochlitz in der Pauserei angesellt. „Ich konnte ja durch meinen kleinen Sohn nicht mehr in Schichten arbeiten“, berichtet sie. Von 1982–1989 wechselte sie in die Produktion der Molkerei, die aber dann im Zuge der Wende geschlossen wurde. „Ich bekam eine Adresse und stellte mich zusammen mit meinem Mann in einer Regensburger Molkerei vor, die uns beide beschäftigte. Wolfgang arbeitete wieder als Kraftfahrer, ich in der Käserei. So pendelten wir ab 1990, kamen aber jedes Wochenende nach Hause. Unsere Tochter wurde von den Schwiegereltern betreut, die ohnehin mit im Haus lebten. Auch nach dem Ableben meines Mannes habe ich den Job in Regensburg bis zu meiner Pensionierung 2016 weiter geführt, musste allerdings 2007 noch den Führerschein machen“, erzählt Sigrid Möbius. Heute genießt sie es, wieder dauerhaft in der Heimat zu sein, die Kinder und Enkel regelmäßig um sich zu wissen. „Ich bin gern für alle da. Für mich wäre es nie eine Option gewesen, nach Bayern zu ziehen. Dafür bin ich hier zu verwurzelt“, gesteht sie. Sigrid Möbius ist stolz auf ihren Lebensweg und wie sie alle Höhen und Tiefen gemeistert hat. „Ich bin immer die geblieben, die ich war“, sagt sie und charakterisiert sich als einen absoluten Familienmenschen. Auch kleine Rituale werden gepflegt, und so freut sie sich auf die jährlichen Ausflüge ins Weihnachtsland Erzgebirge. „Mein Mann hat Räuchermännchen gesammelt, und ich führe diese Tradition fort. Auch die bevorstehende Feier anlässlich der Silberhochzeit ihres Sohnes ist schon fest im Terminkalender vermerkt und lässt Sigrid Möbius mit guten Gedanken nach vorne schauen.
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