MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne und Johannes Mädel

Das Glück des Tüchtigen

Marianne und Johannes Mädel

Vorarbeiterin i. R.
Dipl.-Ing. für Papiertechnik i. R.
Mozartstr. 3
09322 Penig

Johannes Mädel erblickte das Licht der Welt am 24.07.1940 in Taura bei Burgstädt. Im Februar 1945 überlebten seine Mutter und er mit größtem Glück einen Bombenangriff, im Oktober 1945 zog die Familie nach Göritzhain. In dörflicher Idylle genoss er eine schöne, unbeschwerte Kindheit und war schon stolzer Besitzer eines Kinderfahrrades. Der Garten lieferte Obst und Gemüse, ein Stück Land Kartoffeln und Rüben. Im Freien tummelten sich eine Ziege und Hühner und 10 Kaninchen bevölkerten ihre kleinen Behausungen. Es war ein gutes, gesundes Leben und im Gegensatz zu seiner späteren Frau musste Johannes Mädel nie Hunger leiden. Während der Schulzeit spielte er aktiv Fußball, nahm an Ferienlagern teil und gehörte später der Juniorenmannschaft bei Rotation Göritzhain an. In der Papierfabrik Penig ließ er sich zum Papiermacher ausbilden und nutzte sein Lehrlingsentgelt größtenteils für den Erwerb von Büchern. Marianne und Johannes Mädel heirateten 1959 und gleichen Jahres wurde Tochter Carmen geboren. Trotz aufreibendem Drei-Schicht-System leistete er 650 Arbeitsstunden und investierte 2.100 Mark in eine Neubauwohnung. 1961 nahm er sein Direktstudium auf. Nur vom Stipendium konnte die Familie nicht leben und Ehefrau Marianne kam während dieser Zeit für den Lebensunterhalt auf. Seinen Abschluss als Ingenieur für Papiertechnik erhielt Johannes Mädel 1964 – ein Abschluss, der später nachdiplomiert wurde. Fortan auf Leitungsebene tätig, wurde die Papierfabrik Penig, übrigens die älteste, noch produzierende Firma Europas, 1991 von der Schöller-Gruppe Osnabrück übernommen. Auch er wurde übernommen. Das Glück des Tüchtigen begleitete ihn. Seit 2004 ist er Rentner und betreut seit 2010 im Rentenrat des Werkes die Arbeitsveteranen. Marianne Mädel, geboren am 13.02.1941 in Königsberg, hatte keine so schöne Kindheit. 1944 vertrieben, verließ die Mutter mit sechs Kindern die Heimat. Sie versuchte immer aus der schwierigen Lagen das Beste für ihre Kinder zu machen. Nach der Schule ließ sie sich in der Papierfabrik in einem Teilberuf ausbilden und arbeitete im Unternehmen. 1966 schenkte sie Sohn Tino das Leben und erzog ihre Kinder in Ermangelung eines Kindergartenplatzes zu Hause. Anschließend begann sie in der Brauerei. Dort herrschte ein rauer Ton und sie dachte, dass ihr dieser auf Dauer nicht behagen würde. Letztendlich blieb sie 30 Jahre im Unternehmen, arbeitete sich bis zur Vorarbeiterin nach oben und leitete die Abfüllabteilung. Die letzten Jahre im Verkauf eingesetzt, blieb sie über die Rente hinaus bis zu ihrem 68. Lebensjahr berufstätig. In der Zwischenzeit sind Marianne und Johannes Mädel Großeltern von vier Enkeln und drei Urenkelkindern. Zur Freude der Eltern gingen auch Carmen und Tino als Gewinner aus der Wende hervor und wie es das Leben wohl wünschte, wurde Tino ebenfalls Ingenieur für Papiertechnik. Beide Kinder arbeiten in ihrem Wunschberuf und es geht ihnen und ihren Familien gut. Auch ein Enkel hatte Papiermacher gelernt und auf diese Weise wurde gute alte Handwerkskunst innerhalb der Familie am Leben erhalten. Die Eheleute Mädel pflegen ihre Hobbys: Lesen, Reisen, Gesundheitskuren und seit fast 40 Jahren den Kleingarten. Ein großer Wunsch ist, im Jahr 2019 im Kreis der Familie und mit Freunden die Diamantene Hochzeit gesund zu erleben.
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