MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Leonore Möbius

Erfülltes Leben an der Freiberger Mulde

Leonore Möbius

Gärtnerin
04703 Leisnig OT Fischendorf

Im Döbelner Krankenhaus kam Leonore Möbius 1934 auf die Welt, wuchs mit einer Schwester in Fischendorf (heute Leisniger Ortsteil) auf. Ihr Vater, Dreher von Beruf, war fern von daheim auf den Schauplätzen des Weltkrieges eingesetzt. Für die junge Leonore war jedoch die kleine heimische Welt in Ordnung, in überschaubaren Dimensionen ließen sich viele Freiheiten genießen, vor allem wenn es an den Fluss, in die umliegende Hügelwelt ging. Am anderen Ufer der Mulde lag Tragnitz, wo die Schule bis zur 6. Klasse besucht werden konnte, die beiden weiteren Schuljahre führte der Weg nach Leisnig. Hier begann sie dann in der Nudelfabrik der Fa. Rücker zu arbeiten. Gerade sechzehn Jahre alt, hatte sie den Verlust der Mutter zu beklagen. 1953 heiratete sie den Mann ihres Lebens. Rolf Möbius arbeitete als Lokführer einschließlich Schicht- und Wochenenddiensten bei der Deutschen Reichsbahn, ging ebenso wie seine Frau 1990 in den Vorruhestand, verstarb bereits im Jahr 2013. Drei Jahre musste die junge Familie auf eine eigene Wohnung warten, ehe die Wohnungsbaugenossenschaft ihnen endlich in Leisnig das neue Domizil zuweisen konnte. Heute freut sich Leonore Möbius, dass 1997 ihre Tochter Bettina, als selbständige Physiotherapeutin tätig, in ihrem heimatlichen Fischendorf ein Haus bauen konnte, tatkräftig unterstützt von Vater Rolf, sie hier ihren Alterswohnsitz nehmen konnte. Zwei Enkelkinder bereichern das Familienleben. Leonore Möbius hatte nach der Pause bei der Geburt der Tochter im Jahr 1957, anfangs aushilfsweise, dann fest angestellt, in der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) „Bergstadt“ Leisnig neue Aufgaben gefunden. Als die Tochter in höheren Klassenstufen selbständiger wurde, konnte sie auch in Vollzeit tätig werden. Sie widmete sich nun in einem glücklichen Kreis von Kolleginnen dem Anbau von Gemüse, von Azaleen oder Chrysanthemen, wurde Mitglied der Genossenschaft, ihr wurde der Berufsabschluss als Gärtnerin zuerkannt. Als im Vorruhestand ab 1990 die Hände ruhiger sein sollten, war die Umstellung nicht leicht, doch nun sind es Handarbeiten wie Sticken, die ihr Betätigung verschaffen.
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