MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Thomas Mäser
„Ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern der Sieg über sie.“ Nelson Mandela
Linzerstr. 1
06849 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 511462
Für den 1956 geborenen Thomas Mäser war die Berufswahl eingeschränkt. Körperliche Belastungen waren wegen eins Herzfehlers tabu und der Traum von einer beruflichen Tätigkeit in der Flugsicherung ausgeschlossen. So entschied er sich nach dem Abitur 1974 sofort ein Studium aufzunehmen, absolvierte dieses bis 1978 und schloss es als Diplom-Wirtschaftler ab. Im VEB Medizinische Geräte Berlin fand er seinen ersten Arbeitsplatz (Buchhaltung, Leiter Kostenrechnung), Unterkunft in einer Absolventenwohnung der Firma, zusammen mit zwei anderen Absolventen. 1979 heiratete er. Der Gesundheitszustand und die Pflegebedürftigkeit der Schwiegermutter führten 1984 nicht nur zum Wohnortwechsel nach Dessau, sondern dadurch bedingt, auch zum Arbeitsplatzwechsel von Thomas Mäser. Im Abus Getriebewerk Dessau wurde er wieder in der Buchhaltung tätig, was zwar seiner Affinität zu Zahlen entgegenkam, aber eigentlich nie sein Ziel war. Ihm war es ein Graus, die Planwirtschaft in der DDR mit ständig angepassten Zahlen hinterlegen zu müssen und mit dem „spitzen Bleistift“ so auszulegen, dass der Planerfüllung nichts im Wege stand. Doch er arrangierte sich mit der Aufgabe und auch mit dem Weggang von Berlin, wo er Freunde, Studienkollegen und Verwandte zurückgelassen hatte, und übte sie aus „Bis ich meinen Panzerschrank entsorgt habe“, wie er die Wende und das Aus des Betriebes beschreibt. Aus seiner fachlichen Sicht hätte die Firma dabei durchaus eine Chance gehabt, sich in der Marktwirtschaft zu behaupten, war aber als Konkurrenz für Firmen aus den alten Bundesländern nicht erwünscht. Für den studierten Mann bedeutet das Umschulung und weiterer Einsatz in der Buchhaltung der Schönemann-Entsorgung GmbH und der GSD Großanlagen und Schwermaschinenbau Dessau GmbH. Die Firmensitzverlegung und eine Verletzung der Arbeitspflichten kostete seinen Arbeitsplatz. Weitere Beschäftigung erhielt er als 1 €-Jobber und ab 2008 für drei Jahre in der Bürgerarbeit. Thomas Mäser engagiert sich im Förder- und Heimatverein Dessau-Alten. Seine Leidenschaft für Musik ist dem einstigen Disc-Jockey (10 Jahre, Discothek „Tandem“) erhalten geblieben. Sie wird auch von Sohn Sebastian (geb. 1984) geteilt, der aus einem Work and Travel-Aufenthalt in Kanada indessen eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung gemacht hat. Tochter Stefanie (geb. 1981) ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten, hat ein Lehrerstudium absolviert und nebenbei noch für zwei Enkeltöchter gesorgt. Auch Stefanie hat sich in Amerika ausprobiert, 1996 ein Jahr in den USA verbracht. „Da musste ich hin, das musste ich mir ansehen,“ erzählt Thomas Mäser von einem damaligen Besuch bei ihr. Und er hofft, dass die Gesundheit es zulässt, auch Sebastian noch in Kanada zu besuchen.