MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Siegfried und Isolde Müller
Das Leben gemeistert
Schmied, Schlosser
Einzelhandelskauffrau
Schützenstr. 24
09337 Hohenstein-Ernstthal
Fon: 03723 / 45844
Isolde Müller wurde am 27.02.1934 in Lugau, einer sächsischen Stadt im Nordwesten des Erzgebirgskreises, geboren und wuchs als Einzelkind auf. Ihre Mutter arbeitete in der Strumpffabrik, der Vater war Bäcker und Strumpfwirker. Von 1940–1948 besuchte sie die Schule in Gersdorf und absolvierte im Anschluss eine Lehre als Facharbeiterin in den Feinstrumpfwerken Oberlungwitz, wo auch schon ihre Eltern tätig waren. 1955 heiratete Isolde ihren Mann Siegfried Müller. Mit Dietmar (*1955, Ingenieur), Uwe (*1957, selbstständiger Anlagenbauer) und Ulf (*1965, Informatiker) hat das Paar drei Söhne und mittlerweile drei Enkel. Isolde Müller arbeitete als junge Mutter eine Zeit lang in der betriebseigenen Näherei und lernte auch das Weben. Später half sie in der nahe gelegenen Kinderkrippe mit. „An diese Zeit erinnere ich mich sehr gern, da ich ein sehr kinderlieber und geselliger Mensch bin“, gesteht sie. Als die eigenen Kinder älter wurden, setze sie sich noch einmal auf die Schulbank und machte ihren Facharbeiter im Einzelhandel. Bis zum Vorruhestand 1989 arbeitete sie dann noch als Verkäuferin. „Ich habe diese Möglichkeit der vorzeitigen Pensionierung genutzt, da ich meine erkrankte Mutter pflegen musste“, berichtet sie über diese Phase ihres Lebens. Siegfried Müller kam am 30.09.1934 in Berlin-Neukölln zur Welt und erinnert sich an eine anfänglich unbeschwerte Kindheit mit sechs Geschwistern im pommerschen Baldenburg in der Nähe seiner Großeltern, wo er von 1940–1944 auch die Schule besuchte und im Anschluss als jüngster Flakhelfer bei der Hitlerjugend eingesetzt wurde. 1947 flüchtete die Familie und wurde in Hohenstein-Ernstthal sesshaft. „Als Junge habe ich hier auf einem Rittergut gearbeitet und musste dazu beitragen, meine Mitter und meine jüngeren Geschwister mit zu ernähren“, erinnert sich Siegfried Müller an diese prägende Zeit. Später absolvierte er eine Lehre als Schmied und Schlosser. Von 1954–1957 war er bei der Wismut in Niederschlema tätig, anschließend in der Montage im Vorrichtungsbau des Industriewerkes Chemnitz, bis er in den Vorruhestand ging. In seiner Freizeit war Siegfried Müller vor allem in jungen Jahren sportlich sehr aktiv. „Ich habe Fußball gespielt und geboxt“, schmunzelt er. Heute schaut er sich die Meisterschaften vieler Sportarten regelmäßig im Fernsehen an und fiebert mit. Stolz ist das Paar auch darauf, das Leben zusammen durch alle Höhen und Tiefen gemeistert und aus jedem Tag das Beste gemacht zu haben. Ein harmonisches Familienleben stand dabei immer an erster Stelle. Für die Zukunft wünschen sich die Müllers weiterhin gemeinsam und bei guter Gesundheit älter werden zu können, um das seltene Fest der Eisernen Hochzeit in zwei Jahren im Kreise ihrer Lieben begehen zu können.