MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rosi Müller

„Der Glaube hält mich hoch!“

Rosi Müller
Ehemalige Gemeindeschwester

Lindenstraße 8
06526 Sangerhausen
Fon: 03464 / 612456

Sie erlebte viele beseligende Lebensmomente, musste jedoch auch, besonders auf dem Höhepunkt beruflicher Karriere, Demütigung und Unbill hinnehmen. Aufgeben jedoch wird sie nie und lässt sich als Katholikin durch ihren Glauben hochhalten. Geboren wurde Rosi Müller am 24.10.1950 in Köthen. Gern wäre sie Malerin geworden, doch Mutter und Schwester waren Krankenschwestern, und so gab es keine Diskussion. Von 1967 bis 1970 absolvierte sie an der Medizinischen Fachschule der Martin-Luther-Universität Halle ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Eingesetzt als OP-Schwester am Krankenhaus Sangerhausen, fand sie dennoch viel Freude an ihrer Arbeit, qualifizierte sich in diesem Bereich und musste diese Tätigkeit 1973 nach Geburt ihrer ersten Tochter Christine (Mitarbeiterin im Sanitätshaus) aufgrund unregelmäßiger Arbeitszeiten aufgeben. So wechselte Frau Müller als Gemeindeschwester an die Kreispoliklinik, Stadtteil Süd-West, qualifizierte sich in offizieller Form und konnte an dieser medizinischen Einrichtung von 1973 bis 1990 Gutes tun. In jenem Nachwendejahr wurde die Poliklinik aufgelöst, bis 1991 arbeitete sie unter gleichem Dach weiter und wechselte als Krankenschwester an die Sozialstation der Volkssolidarität. Gemeindeschwestern gab es nun nicht mehr. Abgeworben von der Diakonie Sozialstation, wurde sie 1993 dort fest eingestellt, und doch kam es am 1. Juli 2008 zur Entlassung. Der Grund war so banal wie lächerlich, und doch wurde ihr im Zeitalter der Automobile zum Verhängnis, keinen Führerschein zu besitzen. Von Anfang an bis zu diesem Zeitpunkt war Frau Müller in ihrem gesamten Versorgungsbereich, später in der gesamten Stadt rund um die Uhr wie bei Wind und Wetter mit ihrem Fahrrad unterwegs, um Hausbesuche zu machen. In einem besonders strengen Winter erhielt sie für besondere Betreuung eine Auszeichnung und ist ebenfalls Inhaberin der Ehrennadel für langjährige Tätigkeit in Bronze, Silber und Gold. All dies galt jetzt nicht mehr. Seit 10.02.2009 ergatterte sie die Stelle der OP-Assistentin in der Augenklinik auf 165-Euro-Basis, befindet sich in Probezeit, hofft sehr auf Festanstellung, da sich mit Arbeitslosengeld keine Möglichkeit bietet, ihren Sohn Marcus während der Studienzeit zu unterstützen. Mit ihren Kindern Christine, Barbara (Pharmazeutisch-Technische Assistentin) und Marcus teilt sie trotz allem gern gemeinsame freie Stunden, ist glücklich, dass es den Kindern gut geht, und weiß genau: „Der Glaube hält mich hoch!“
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