MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Roland und Rosemarie Müller

Als rollender Mannschaftsarzt unterwegs auf den Straßen der Welt

Roland und Rosemarie Müller

Am Ziegenrücken 35
01809 Dohna OT Meusegast
Fon: 035027 / 60932

Rückschauend würde er nichts anders machen: Sein klares Ziel, Arzt zu werden, erreichte Dr. Roland Müller aus eigener Kraft. Leistung kommt durch Zielstrebigkeit und Training, das ist seine Erfahrung im Sport wie im eigenen Leben. 1939 wurde Roland Müller in Meißen als Sohn einfacher Bauern geboren. Als er aus der Niederlommatzscher Zwergschule aufs Gymnasium kam, hatte er die meisten Rückstände. Niemand hätte damals gedacht, dass er das Abitur mit 1,0 ablegen würde! Damit war die Straße für den Wunschberuf geebnet. Nach dem Studium in Berlin und Dresden wurde der junge Mediziner in Mecklenburg eingesetzt. Er übernahm eine Landarztpraxis für 23 Ortschaften. Doch schon damals zog es ihn zum Sport. Mit seiner Frau Rosmarie – sie hatten nach dem Studium 1963 geheiratet – ging er 1967 an das Sportmedizinische Rehabilitationszentrum nach Kreischa. Dort arbeitete er als Arzt in der Leistungsdiagnostik, seine Frau als medizinisch-technische Assistentin. Sein Chef, Dr. Siegfried Israel, prägte den jungen Mann ganz besonders. Israel war Radsportverbandsarzt, er betreute die DDR-Mannschaften zur Friedensfahrt, zu Weltmeisterschaften und zu den Olympischen Spielen. Als er nach Leipzig wechselte, wurde Roland Müller sein Nachfolger. Jetzt begleitete dieser die Spitzensportler in die ganze Welt. 220 Tage im Jahr war er mit ihnen unterwegs. Dankbar blickt Roland Müller auf seine Frau, die ihm alles ermöglichte, indem sie zu Hause die Familien-Mannschaft zusammenhielt. Diese war durch Ralf (1963) und Karsten (1967) erweitert worden. Roland und Rosmarie Müller sind stolz, dass die Begeisterung für den Sport auf den Nachwuchs übergegangen ist: Ralf ist Trainer im Bahnradfahren, Karsten Sporttherapeut. Die Wende war für Roland Müller positiv. Als das Kreischaer Klinikum 1990 von der Bavaria-Kette übernommen wurde, ging er für einige Jahre nach Bayern, doch seine Frau zog es immer nach Sachsen. Jetzt sind beide wieder in der Heimat. Wenn Roland Müller heute durchs Dorf geht, hat jeder ein freundliches Wort. Überheblichkeit ist ihm fremd, sie verträgt sich nicht mit Mannschaftsgeist. Statt dessen sind Offenheit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft gefragt. So hat er überall Freundschaften gefunden und pflegt sie weiter. Auch im Rentenalter lief für den Doktor das Berufs-Tachometer weiter. Er unterstützte die Kollegen mit Vertretungsdiensten. Und er erschloss sich sogar noch ein neues Betätigungsfeld, fuhr wieder über Land als Blutspendearzt. Mit 75 Jahren trat er endgültig auf die Bremse und gab den geliebten Beruf auf. Das Radfahren aber ist eines seiner Hobbys geblieben.
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