MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Gerd Müllrick

„Ich brauche etwas, wo ich gefordert bin“

Gerd Müllrick

Birkenweg 3 03050 Cottbus Fon: 0355 / 531388

Der junge Gerd Müllrick, geboren 1947, hatte zwei Ideen, seine Zukunft betreffend. Arzt zu werden war sein erster Berufswunsch, etwas mit Kraftfahrzeug-Entwicklung zu machen kam ihm während des Polytechnischen Unterrichtes im KIB Cottbus in den Sinn. So absolvierte er sein Abitur mit Berufsausbildung (Abschluss 1966), wurde Kraftfahrzeugschlosser, um einen Grundberuf für diesen Weg zu haben. Die Freude an der Sache reichte jedoch nicht aus, es waren außergewöhnliche mathematische Leistungen gefordert, die er trotz guter Ergebnisse in dem Fach so nicht aufbringen konnte. Also entschied er sich, seinen ersten Berufswunsch weiter zu verfolgen, ging unmittelbar nach Abitur und Berufsausbildung nach Berlin in ein vorpraktisches Jahr an die Charitè – damals Bedingung wenn man die Zulassung zum Studium erhalten hatte, aber kein Abitur mit Auszeichnung vorweisen konnte. 1967–1973 studierte Gerd Müllrick Medizin, erhielt seine Approbation. Seinem Wunsch Unfallchirurg zu werden standen bürokratische Hürden im Weg, die er mit Raffinesse umging und so schließlich doch eine Facharztausbildung in der gewünschten Richtung aufnehmen und 1979 als Facharzt für Allgemeinchirurgie abschließen konnte. Zielstrebig an seinem Wunsch festhaltend, gelang ihm auch die Weiterbildung zum Unfallchirurgen und die Promotion (1980). Doch all das stellte ihn noch nicht zufrieden. Er verschrieb sich mit Leib und Seele der Notfallmedizin – gegen den Anspruch der Vorgesetzen, die den Dienst in der Klinik favorisierten, und kritischen Anmerkungen seiner Frau, die die sowieso knapp bemessene Freizeit der Familie vorbehalten wissen wollte. Heute ist er seit 1977 verheiratet, ist Vater von zwei Söhnen, die ihm vier Enkel schenkten. Er hat den Rentenstatus erreicht, arbeitet „nur“ noch mit Abrufarbeitsvertrag im Rettungsdienst. Zeit zur Ruhe zu kommen? Für ihn noch lange nicht! Er erzählt von seinem humanitären Einsatz im Irak 1992, den er nur knapp überlebte und von seinem Traum noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen. Die ersten vorbereitenden Schritte hat er bereits unternommen, einen Sonografie-Kurs absolviert, aktiv Englisch gelernt. Ausgerechnet eine Kreuzfahrt, die er betuchten, verwöhnten und gelangweilten Witwen vorbehalten sah, war auslösendes Ereignis für sein neues Ziel. Seine Inanspruchnahme als Arzt in einer Notsituation und die darauf als Dank durchgeführte Besichtigung des Hospitals weckten den Wunsch in ihm auf einem solchen Schiff beruflich wirken zu wollen. Anfang Mai 2013 wird er einen Schiffarztkurs belegen, in der Hoffnung danach nicht mehr lange auf seinen ersten Einsatz warten zu müssen. Frau Eveline ist er dankbar, dass sie seine Unternehmungen toleriert. Die Söhne Markus und Nils sind in die Fußstapfen ihres Vaters getreten, üben dessen beide Wunschberufe aus als Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und als Ingenieur bei BMW. Dass sie die Wege ihres „alten Herren“ gut befinden, steht damit außer Frage.
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