MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sylvia Müller

Puppen wie Babys

Sylvia Müller
Puppenherstellerin von lebensecht aussehenden Puppen

Plohner Hauptstraße 15
08485 Lengenfeld/OT Plohn
Funk: 0174 / 3138243
Internet: www.sylvias-nesthaekchen.de


Kann eine Frau Mutter von nahezu 100 Babys werden? Ja, sie kann. Den Beweis dafür tritt Sylvia Müller aus dem kleinen Ort Plohn im Vogtland an. Natürlich geht es hierbei nicht um echte Babys, sondern um Puppen-Babys, die beim flüchtigen Hinschauen jedoch täuschend echt aussehen. Auch bei genauerer Betrachtung halten die Babypuppen dem Vergleich mit ihren lebenden Pendants mühelos stand. Verantwortlich dafür ist Sylvia Müller, die im Jahr 2004 die Faszination der sogenannten Reborn-Babys für sich entdeckte. Als gelernte Kinderkrankenschwester, Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und Großmutter eines Enkelsohnes wusste sie sofort, dass sie diese Herstellung erlernen wollte. Schließlich war ihr ursprünglicher Wunschberuf Hebamme, und den konnte sie auf diesem Wege, wenn auch Jahre später, verwirklichen. Sylvia Müller begann, sich die schwierigen Techniken des Rootings (Einsetzen der Haare) und der Realskin-Färbung (Aussehen der Haut) anzueignen und diese auf den Puppen-Rohling aufzubringen. Mit viel Geduld und Liebe zum Detail entstand so ihre erste lebensecht aussehende Puppe mit dem Namen Inga. Dass jedes Baby einen Namen trägt, hat zweierlei Gründe. Einerseits erleichtert es Sylvia Müller die Zuordnung, wenn die neuen Puppen-Eltern Fragen oder Wünsche haben. Denn Sylvia Müllers Puppen werden nicht verkauft, sondern von ihren neuen Eltern adoptiert, fast genau wie im richtigen Leben. Andererseits erhält jedes Baby mit dem Tag seiner Fertigstellung eine Geburtsurkunde mit Foto, Größe, Gewicht und Namensbändchen. Auch wie im richtigen Leben. „Es fällt jedesmal schwer, eines meiner Babys abzugeben“, sagt Sylvia Müller. Denn jedes von ihnen hat sie im Laufe vieler Stunden Arbeit lieb gewonnen. Jedes kleine Äderchen nachgezeichnet, jedes Hautfältchen ausgearbeitet und jedes Härchen einzeln eingestochen. Durch viele Jahre Tätigkeit auf der Neugeborenenstation eines Krankenhauses hat sie einen Blick für kleinste Einzelheiten. Dass ihre Tätigkeit heute „nur“ ein Hobby ist, bedauert die 1961 geborene Reichenbacherin keineswegs. Auch ihre Arbeit als Büroangestellte in der Klempnerei ihres Mannes Wilfried macht ihr viel Freude. Denn leben, sagt sie, kann sie von der Puppenherstellung nicht. Aber das ist der aufgeschlossenen und kontaktfreudigen Frau auch nicht wichtig. Hauptsache, ihre Babys kommen in gute Hände und haben ein langes und glückliches Puppen-Leben vor sich.
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