MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Kurt Müller

Auf den Schäferhund gekommen

Kurt Müller

Kfz-Schlosser
Züchter „Altdeutsche Schäferhunde“

Zur Baumwolle 21
09557 Flöha

Fon: 03726 / 714569

Kurt Müller wurde am 31.08.1939 im sächsischen Bernsdorf geboren und wuchs mit einer Schwester auf. „Mein Geburtszimmer war eine kleine Kammer“, erinnert er sich. Sein Vater arbeitete als Maschinist bei der Firma Clauss und kehrte nicht aus dem Krieg zurück. „Unsere Mutter und meine spätere Frau waren ebenfalls in diesem Betrieb tätig“, berichtet er. Der Start ins Leben war alles andere als einfach. „Wir sind als Kinder auf die Felder stoppeln gegangen, mussten Habseligkeiten verkaufen, um zu überleben. Meine Mutter zog uns alleine groß. An ein Studium, Urlaub oder die Erfüllung spezieller Wünsche war nicht zu denken“, erzählt Kurt Müller über seine ersten Lebensjahre. „Unsere Grundschule lag direkt gegenüber der Zschopau. Wir sind im Sommer oft über Steine und im Winter über Eisschollen geklettert, um den Fluss zu queren und zum Unterricht zu gelangen“, schmunzelt er. Im Anschluss an die Schulzeit absolvierte Kurt Müller eine dreijährige Lehre zum Kfz-Schlosser in der privaten Chemnitzer Firma Melzer. Danach leistete er seinen Wehrdienst bei der Grenzpolizei und arbeitete beim Kraftverkehr Karl-Marx-Stadt. „Hier war ich anfangs für Busse und LKW zuständig, später dann in der Reparaturannahme. Anschließend habe ich mich als Leiter mit neun Mitarbeitern auf das Gebiet Baugruppenaustausch spezialisiert“, sagt Kurt Müller. Fünf Jahre vor seiner Pension wechselte er zur Firma Bau Berger ins Lager und übernahm hier so ziemlich alle Arbeiten, die anstanden. Mit 63 Jahren wurde Kurt Müller berentet. Für die Familie kaufte er 1959 ein altes Haus, welches er bis heute bewohnt. Auch mehrfach miterlebtes Hochwasser, von dem er selbst betroffen war, schulterte er. 1960 heiratete Kurt Müller seine Frau Anneliese, die als Kaltmamsell in der Betriebskantine der Firma Clauss in Bernsdorf arbeitete. Mit Dieter (*1961; Maurer) hat das Paar einen Sohn und mittlerweile fünf Enkel, die in den alten Bundesländern leben. Seit 1972 ist Kurt Müller Vorstandsmitglied des Hundesportvereins Erdmannsdorf – Augustusburg und betreibt eine Hundezucht für Altdeutsche Schäferhunde. Sein Zwinger trägt den Titel: „Von der Goldenen 21“. Ein historischer Name, den ausgebombte Chemnitzer Bürger prägten, die viele Jahre in Kurt Müllers Haus mit der Nummer 21 ein Dach über dem Kopf bekommen hatten. „Meinen ersten Hund habe ich mir von den Grenztruppen mitgebracht. Seitdem sind mir die Hunde ans Herz gewachsen“, erzählt er stolz. Seine Vierbeiner waren es auch, die Kurt Müller nach dem Tod seiner Anneliese im Jahr 2011 das Alleinsein etwas leichter machten. „Ich war immer ein geselliger Mensch“, resümiert er. Für die Zukunft wünscht sich Kurt Müller vor allem Gesundheit, um die Zeit in der Natur und seinem gemütlichen Heim noch weiterhin genießen zu können.
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