MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Otfried Müller
Geradliniger Lebensweg
Landwirt, Agrar-Ingenieur-Ökonom
Ottendorfer Str. 19
09661 Hainichen
Otfried Müller wurde am 20.04.1943 im sächsischen Ottendorf geboren, das zur damaligen Zeit dem Kreis Döbeln angehörte. „Aufgewachsen bin ich mit zwei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester auf dem gepachteten Bauerngut meiner Eltern. Hier wurde jede Hand gebraucht“, erzählt Otfried über seine landwirtschaftlich geprägte Kindheit. 1949 wurde er in die Grundschule seines Heimatortes eingeschult. „Da der Pachtvertrag unseres Hofes immer nur jährlich verlängert wurde, suchten sich meine Eltern einen anderen Landwirtschaftsbetrieb in Crumbach, wo wir ab 1950 auch lebten. Bis 1957 ging ich dann in Hainichen zur Schule“, erinnert sich Otfried Müller, der von 1957–1959 eine Ausbildung zum Landwirt absolvierte. „Vor allem die Viehzucht interessierte mich, da ich bereits als Junge Tauben züchtete, die ich sogar auf verschiedenen Ausstellungen präsentierte“, berichtet er. Nach zwei Jahren vorbereitendem Abendunterricht ging Otfried Müller 1961 auf die Agrar-Ingenieursschule Zug bei Freiberg. „Schon kurz nach Beginn des Studiums mussten wir uns für drei Jahre zur Armee verpflichten. Ich verrichtete also fortan Grenzdienst bei Schwerin an der Elbe und stellte nach 1,5 Jahren den Antrag, weiter studieren zu wollen. Dem wurde stattgegeben. Aufgrund einer betriebswirtschaftlichen Spezialausbildung schloss ich das Studium 1966 als Agrar-Ingenieur-Ökonom ab und arbeitete im Anschluss drei Jahre in der LPG Riechberg als Leiter der Tierproduktion“, schildert Otfried Müller seinen weiteren Lebensweg. Nach einem zweijährigen Studium an der Hochschule in Meißen bewarb er sich 1971 am agrarwissenschaftlichen Zentrum Lichtenwalde, wo große Linien der Landwirtschaft vorentwickelt wurden. Danach war er wieder praktisch tätig und arbeitete in der Zwischengenossenschaftlichen Einrichtung der Tierproduktion (ZGE) Seifersbach, zu der in Pappendorf auch eine Schweinezuchtanlage gehörte. „Hier war ich bis zu meiner vorzeitigen Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen 1999 als Geschäftsführer angestellt“, berichtet Otfried Müller. 1965 heiratete er seine Frau Christine, eine gelernte Näherin. Mit Silvio (*1966; Tierarzt) hat das Paar einen Sohn und mittlerweile zwei Enkel. Christine Müller verstarb 1995. Heute genießt Otfried Müller die Zeit am liebsten in der Natur, kümmert sich um den Garten und seine Blumenpracht vor dem Haus. „Außerdem spiele ich seit 2000 mit drei Freunden einmal monatlich Skat und verreise gern. In diesem Jahr war ich mit meiner Lebensgefährtin in Taiwan und Bali. Auch China, Amerika oder Hawaii haben wir schon gesehen“, schmunzelt der Globetrotter. Stolz ist er auf seine Familie und den geradlinigen Lebensweg. Für die Zukunft wünscht sich Otfried Müller Gesundheit und noch einige selbstbestimmte und schöne Jahre im Kreise seiner Lieben.