MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lothar und Ute Müller
Beständigkeit
Dreher
Gärtnerin
Auestr. 2
04736 Waldheim
Fon: 034327 / 54041
Nur wenige Wechsel prägten das Leben des Ehepaares Müller, die Treue zu ihrer Heimat im sächsischen Zschopautal konnte durch noch so schöne Reisen nicht erschüttert werden. Im Haus, in dem die Familie noch heute wohnt, wurde Lothar Müller im Jahr 1952 geboren. Er wuchs mit drei Geschwistern auf, der Vater arbeitete in den Waldheimer Klappstuhlwerken, die Mutter engagierte sich in der Molkerei. Die Hanno-Günther-Schule Waldheim besuchte der junge Lothar bis zum Abschluss der 8. Klasse. In keineswegs üppigen Zeiten und Verhältnissen lebend, gehörte es für die Kinder neben der Freude am Spiel zu den gelebten Pflichten, sich um das Kleinvieh zu kümmern, im Garten aktiv zu sein. 1966 begann Lothar Müller eine dreijährige Lehre als Dreher im VEB Elektromotorenwerk (ELMO) der Nachbarstadt Hartha. Dazu besuchte er die Berufsschule in Döbeln. Die Dreherei blieb zweiundzwanzig Jahre bis 1988 sein Metier, in drei Schichten arbeitete er an den rotierenden Drehmaschinen (Revolverdrehmaschinen). Dann wurde ihm der Schichtbetrieb doch zu anstrengend, so wechselte er zur Stadtverwaltung seines Wohnortes Waldheim, die ihn als Hausmeister in jener Schule brauchen konnte, die er einst selbst besucht hatte. Später übernahm er für dann zwanzig Jahre bis zum Ruhestand 2013 die gleiche Funktion bei der Förderschule der Stadt. Seit 1970 war er mit seiner späteren Frau Ute bekannt, der an einer Bushaltestelle das Fahrgeld fehlte. Aus der geborgten Mark (natürlich noch DDR-Mark) wurde eine Freundschaft, die 1974 zur Heirat führte. Da gehörte seit 1972 schon Tochter Grit zur Familie (die auch für einen Enkelsohn sorgte), der 1979 noch Tochter Claudia folgen sollte. Frau Ute selbst kam einst 1950 im Waldheimer Krankenhaus auf die Welt. Zu ihrem im Bereich Arbeitsschutz in Döbeln tätigen Vater und der schneidernden Mutter (die auch für hübsche Puppenkleider sorgte) kam ein Bruder. Nach dem Schulbesuch, 1967 mit der 10. Klasse abgeschlossen, wurde sie in zweijähriger Lehre bei der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) „Frohes Schaffen“ in Hartha zur Gärtnerin ausgebildet. Nach zehn Jahren im Beruf ließen gesundheitliche Probleme einen Berufswechsel geraten erscheinen. Einige Jahre verbrachte Ute Müller nun beim VEB ELMO, wo sie Kleinstmotoren montierte. 1988 ging sie mit ihrem Mann an die Schule, kümmerte sich dort um die Pausenversorgung, war dann lange im Einsatz für Raumpflegefirmen, ehe sie 2011 in Rente ging. Das reisefreudige Ehepaar liebte es, im Harz oder in Thüringen zu wandern. Als sich 1990 die Reisemöglichkeiten ausdehnten, gehörten sie zu den Ersten, die sich sagten: Warum soll ein DDR-Bürger nicht auch mal nach Mallorca? Doch erweiterten Israel, die Kanarischen Inseln oder England ebenso ihren Erlebnishorizont.