MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Karl-Heinz Müller

Als Rentner auf dem Weg zum Doktorhut

Karl-Heinz Müller

Diplom-Forstingenieur
98716 Geschwenda

Das Haus, das seine Großeltern 1925 in Geschwenda in Thüringen gebaut haben, ist sein Geburtshaus. Hier kam der Diplom-Forstingenieur Karl-Heinz Müller 1947 zur Welt. Sein Vater war Kirchenförster und so lag es für den Sohn nahe, ebenfalls diesen Beruf zu ergreifen. Doch Karl-Heinz Müller, seit 1973 verheiratet mit Barbara (Diplom-Mathamatikerin, Rentnerin), wurde nach der 8. Klasse der Wechsel zur Erweiterten Oberschule (EOS) Ilmenau verwehrt. „Weil mein Vater Kirchenförster war“, nennt er den damaligen Grund. Als Einziger ging er nach Arnstadt, um dort 1965 sein Abitur zu machen. Zudem legte er während der vierjährigen EOS-Zeit eine Facharbeiterprüfung zum Gärtner ab. Im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Gotha ließ sich Karl-Heinz Müller zum Forstfacharbeiter in der Grillenburger Betriebsberufsschule ausbilden, damit ihn sein Betrieb zum Studium delegieren konnte. Doch es gab zu viele Facharbeiter, so dass er mit Axt und Motorsäge ein praktisches Jahr als Waldarbeiter verbrachte. Das hat Karl-Heinz Müller, der zwei Kinder (Cornelia, geboren 1974; Kai-Uwe, geboren 1979) und sechs Enkel hat, sehr geprägt. Danach studierte er vier Jahre an der Technischen Universität (TU) Dresden Forstwirtschaft. Die Fakultät befand sich in Tharandt. Karl-Heinz Müller hatte danach schon eine feste Stelle im Ilmenauer Forstbetrieb, doch als ein künftiger Forschungsstudent absprang, konnte er für ihn diesen Platz einnehmen, um später zu promovieren. Nach zwei (statt vier) Jahren wurde er exmatrikuliert. „Aus politischen Gründen“, erinnert sich Karl-Heinz Müller an 1973 zurück. Dabei hatte er „nur“ eine Fachzeitschrift über die Jagd von der Westverwandtschaft weitergegeben. Nach der Uni-Zeit landete der Thüringer wieder in seinem Gothaer Forstbetrieb, wurde dort gut aufgenommen - zunächst als Arbeitsvorbereiter (Technologe). Er stieg auf zum Leiter für Wissenschaft und Technik (bis 1990). Nach der deutschen Einheit änderten sich Strukturen und es mussten auf Landesebene Gesetzes- und Verordnungsentwürfe erarbeitet werden. Anfang 1991 bewarb sich der Diplom-Forstingenieur bei der obersten Forst- und Jagdbehörde seines Landes Thüringen. Er wurde als Referatsleiter für Forstpolitik und Jagd in Erfurt eingestellt. Karl-Heinz Müller arbeitete als Beamter von 1991–2012 im Ministerium für Landwirtschaft und Forsten (Umwelt kam als späterer Bereich hinzu). Er spricht von einer spannenden Zeit, besuchte Verwaltungslehrgänge und – er lernt bis heute. Denn der Rentner, der schon in DDR-Fachzeitschriften publiziert hatte, will bis Ende 2018 als Student an der Freien Universität Berlin seinen Doktorhut erwerben. Seine ihm damals verwehrte Promotion will Karl-Heinz Müller unbedingt abschließen. Dem evangelischen Christ geht es um Inhalte. Die notwendige Kooperation zwischen Forst- und Jagdbetrieb will er herausarbeiten. Auch in Ehrenämtern engagiert er sich – unter anderem als Vizepräsident im Landesjagdverband Thüringen und schon seit 1990 im Geschwender Gemeinderat.
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