MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Meinhardt Müller
Ein aufrechtes Leben, von Arbeit geprägt
Facharbeiter für Eisenbahnbautechnik
Str. des Aufbaus 1a
04552 Borna OT Thräna
Im Kreis von acht Geschwistern wuchs der junge Meinhardt auf. Der jüngste Sohn der Familie Müller kam 1961 schon in Thräna zur Welt. Die Mutter arbeitete als Gärtnerin, der Vater war Tapezierer und Sattler. Die Tagebaulandschaft des Braunkohleabbaus südlich von Leipzig sollte sein Leben prägen. Schon als Kinder entdeckten sie beim Spielen im stillgelegten Tagebau ihr Interesse an den nun künstlich entstandenen Landschaftsformen samt neuer Seen. Bis zur 8. Klasse besuchte Meinhardt Müller die Schule am Ort, die 9. und 10. Klasse absolvierte er an der Dinterschule in Borna. Für seinen Wunschberuf Elektriker bestand keine Chance. Im Braunkohlenwerk Regis wurde er zum Facharbeiter für Eisenbahnbautechnik ausgebildet. Für die theoretischen Fächer war die Betriebsberufsschule in Großzössen zuständig. Nach zwei Jahren schloss er 1980 die Lehre ab, wurde dann fünfzehn Jahre im Tagebau Schleenhain eingesetzt, unterbrochen von der Zeit in den Jahren 1981 und 1982, in denen er seinen anderthalbjährigen Pflichtwehrdienst ableisten musste. Im Tagebau galt es, in vielen Jahren sommers wie winters den Unterbau für die Gleisanlagen und die Montage der Schienen zu gewährleisten. 1992 war Schluss, Massenentlassungen in der reduzierten Kohleindustrie trafen nun auch ihn. Kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit wurden durch Einsätze beim Rückbau alter Anlagen abgelöst. Ein Dreivierteljahr arbeitete Meinhardt Müller für eine Reinigungsfirma in Böhlen, wurde dann nach weiterer kurzer Arbeitslosigkeit von der Osnabrücker Firma „Piepenbrock Dienstleistungen“ eingestellt. Seitdem ist er für diese im Bereich Reinigung der Niederlassung Zwickau tätig, derzeit vor allem in der Ostthüringer Region (Altenburg, gelegentlich auch Gera). Als Vorarbeiter organisiert er die Arbeit eines Teams von 12–14 Frauen, erlebte in den nun schon 22 Jahren seines Engagements ruhige wie stressige Tage. Gern verbringt Meinhardt Müller seine freie Zeit im Garten und des Öfteren beim Stöbern auf einem der Trödelmärkte der Gegend.
Auch wenn sie den Weg zum Standesamt nie gingen, seine Jugendliebe von vor 35 Jahren, später wiedergefunden, ist nun seit langer Zeit wieder als Lebenspartnerin an seiner Seite. Der Vater einer Tochter Christine, 1988 geboren, freut sich an Enkeltochter und Enkelsohn. Nur lebt die Tochter mit ihrer Familie weit weg in Heilbronn, seit sie dort eine Zimmermannslehre absolvierte, denn die Ausbildungschancen in der heimatlichen Region waren damals bescheiden. Inzwischen ist sie als Verkäuferin in einem neuen Metier zugange.