MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johannes Müller

Dem Radsport verbunden

Johannes Müller

Betriebsschlosser
Leipziger Str. 15
01589 Riesa

Fon: 03525 / 633585

Johannes Müller wurde am 02.08.1935 im sächsischen Pausitz geboren und wuchs zusammen mit drei jüngeren Brüdern auf. Seine Eltern betrieben im Heimatort eine private Bäckerei bis 1964. „Meine Mutter war immer ein Vorbild für mich. Sie sorgte für Ausgeglichenheit und ein friedliches Miteinander im Haus“ erzählt er. Vorwiegend in Jahnishausen, einem Stadtteil von Riesa, besuchte Johannes acht Jahre die Schule und erinnert sich an ein unbeschwertes, naturverbundenes Miteinander. „Wir waren oft draußen gespielt. Es gab ja keine Fernseher oder Computer“, schmunzelt er. Nach der Schulzeit absolvierte Johannes Müller eine zweijährige Ausbildung zum Betriebsschlosser im Stahlwerk Riesa und arbeitete bis 1957 in seinem Lehrbetrieb. „Damals mangelte es überall an Fachkräften, da viele Männer im arbeitsfähigen Alter nicht aus dem Krieg heimgekehrt sind“, erinnert er sich. 1962 heiratete er seine Frau Christa, die als Sachbearbeiterin und Stenotypistin an der Ingenieurschule ihr Geld verdiente. Die Ehe blieb kinderlos. Bis 1972 war Johannes Müller im Kraftverkehr Meißen / Großenhain und bis 1991 bei Teigwaren Riesa als Schlosser tätig. „Hier habe ich mich auch in der Betriebsfeuerwehr engagiert“, berichtet er. Im Anschluss an die letztgenannte Arbeitsperiode endete sein Berufsleben. „Wir sind dann nach der Wende viel verreist, waren in ganz Europa unterwegs und haben diese neue Freiheit ausgiebig genutzt und genossen“, verrät er. Doch 2012, kurz nach der Goldenen Hochzeit, verstarb seine Frau und hinterließ ieine große Lücke in seinem Leben. Heute widmet Johannes Müller seine freie Zeit am liebsten der Reparatur von Fahrrädern. „Da ich von 1955–1958 selbst einmal aktiver Radsportler war, bin ich diesem Sport bereits über viele Jahre verbunden. Natürlich werden auch immer noch runde Geburtstage ehemaliger Radsportfreunde gemeinsam gefeiert“, sagt er. Auch zu seinen Brüdern unterhält der rüstige Pensionär regelmäßigen Kontakt. „Wir wohnen zwar nicht in unmittelbarer Umgebung, aber wir verstehen uns gut“, erzählt Johannes Müller, der oft auch bei einem seiner Neffen vorbei schaut und diesen Familienanschluss schätzt. Überhaupt ist er sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Er lebt nach wie vor im Haus seiner Eltern, in dem allerdings nur noch der Backofen an die ehemalige Bäckerei erinnert. „Leider wollte keiner von uns vier Kindern damals das Geschäft übernehmen. Es hätte viel investiert und einiges erneuert werden müssen. Zudem hatten wir alle andere berufliche Pläne“, berichtet er. Trotzdem denkt er gern an die mit vielen schönen Memoiren behaftete Zeit zurück, lässt die Tage nach einem erfüllten Leben nun allerdings auch einmal etwas ruhiger angehen.
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