MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johanna und Günter Müller

Mit Geschick auch durch die Tücken des Lebens

Johanna und Günter Müller

Friseurin, Schneiderin, Floristin
Verzahner
08538 Weischlitz

Recht vielseitig hat sich Johanna Müller verwirklicht, 1952 in Weimar geboren, in Berga (Elster) aufgewachsen, wo der Vater für den Bergbaubetrieb der Wismut AG tätig war. Nach der 8. Klasse absolvierte sie eine Lehre als Friseuse im örtlichen Salon der Produktionsgenossenschaft (PGH) des Friseurhandwerks Greiz. Wegen guter theoretischer und praktischer Leistungen wurde die Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzt. Sie blieb im Beruf, bis Heirat, Umzug nach Plauen, Geburt des Sohnes 1972 neue Akzente setzten. 1974 fing sie bei einer Firma für Damenmäntel in Plauen als Schneiderin an, konnte sich auch hier zur Facharbeiterin qualifizieren. Die hochwertigen Produkte aus den Händen von Johanna Müller und ihrer Kolleginnen fanden Absatz im DDR-Nobelladen „Exquisit“ und in den dicken bundesdeutschen Versandhauskatalogen. 1992 kündigte sie, die Arbeitsbedingungen, ebenso die Löhne fielen unter Niveau. Eine zweijährige Umschulung zur Floristin brachte wechselnde Jobs in verschiedenen Läden der Umgebung. Wenn die Fördermittel wegfielen, musste sie wieder einen neuen Arbeitsplatz suchen, fand ihn für drei Jahre auch in der nordbayrischen Stadt Hof. 2004 machte sich Johanna Müller dann mit eigenem Geschäft in Plauen selbständig, zuerst in der Dobenaustraße, dann in der Marktstraße, aber bald vergraulten Baustellen den Kundenstrom. Drei Jahre hielt sie durch, dann gab sie das Geschäft auf. Günter Müller, 1951 in Plauen zur Welt gekommen, erhielt die Möglichkeit, nach der 8. Klasse noch einen Abschluss der 10. Klasse mit beruflicher Grundausbildung im Metallbereich zu erwerben, danach erlernte er in einem weiteren Jahr den Beruf eines Verzahnungsfacharbeiters, den zuvor schon sein Vater ausgeübt hatte, beide der Druckmaschinenfabrik Plamag Plauen verpflichtet. Nach Ableistung seines Wehrdienstes arbeitete er wieder bei der Plamag, zwei Jahre als Anreißer, lange Jahre dann bis zur Altersteilzeit 2011 erneut als Verzahner. Wie viele tausende von Zahnrädern seiner Hände Arbeit entstammen, weiß er selbst nicht zu schätzen. Die Insolvenz der Firma brachte Unruhe in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Das Ehepaar Müller wohnt seit 1994 in der Weischlitzer Eigentumswohnung. Sohn Jörg, ein Enkel komplettieren die Familie. Ihre exquisiten Handarbeiten finden auf Hobbymärkten freundlichen Absatz.
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